
Wer den Kauf von Sommerkleidung bislang aufgeschoben hat, könnte in den kommenden Tagen belohnt werden. In zahlreichen Geschäften in Münster und dem übrigen Münsterland sinken die Preise für saisonale Mode deutlich. Hintergrund sind gut gefüllte Lager: Der wechselhafte Sommer sorgte zunächst für eine verhaltene Nachfrage nach luftiger Kleidung, später hielten die extrem heißen Tage mit Temperaturen von bis zu 36 Grad viele Menschen zusätzlich vom Einkaufsbummel ab. Nun wollen die Händler Platz für die Herbstkollektionen schaffen – und setzen auf kräftige Rabatte.
Traditionell beginnt der inoffizielle Sommerschlussverkauf am letzten Montag im Juli. Viele Händler haben ihre Preisaktionen allerdings bereits vorgezogen. Nach Angaben des Handelsverbandes NRW Westfalen-Münsterland sind vor allem Bekleidungs-, Schuh-, Sport- und Freizeitgeschäfte dabei. Im Textilbereich seien Preisnachlässe zwischen 20 und 50 Prozent üblich, einzelne Restposten würden teilweise noch deutlich stärker reduziert. „Über viele Wochen hat das Wetter nicht richtig mitgespielt, deshalb lief der Verkauf von Sommerware zunächst nur schleppend. Trotz einiger Tage mit schönem Sommerwetter sind in vielen Bekleidungsgeschäften die Lager noch gut gefüllt – und genau deshalb gibt es gerade besonders gute Schnäppchenchancen“, sagt Tobias Buller-Langhorst, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes NRW Westfalen-Münsterland.
Offizieller Sommerschlussverkauf gehört seit über 20 Jahren der Vergangenheit an
Der klassische Sommerschlussverkauf hat allerdings längst seinen offiziellen Charakter verloren. Bis Anfang der 2000er-Jahre war der Schlussverkauf in Deutschland gesetzlich geregelt. Nach dem damaligen Rabattgesetz durfte er nur in einem festgelegten Zeitraum stattfinden und war auf wenige Wochen begrenzt. Ziel war es, den Wettbewerb zu ordnen und den Preisverfall einzudämmen. Mit der Reform des Wettbewerbsrechts wurden zum 13. Juli 2004 sowohl das Rabattgesetz als auch die Zugabeverordnung abgeschafft. Seitdem können Händler Rabatte grundsätzlich das ganze Jahr über anbieten. Auch die Begriffe „Sommerschlussverkauf“ und „Winterschlussverkauf“ sind nicht mehr an gesetzliche Fristen gebunden.
Trotzdem hat sich die Tradition gehalten. Viele Einzelhändler orientieren sich weiterhin am letzten Juli-Montag als Beginn des Sommerschlussverkaufs – inzwischen meist unter der international gebräuchlichen Bezeichnung „Sale“. Für den stationären Handel gilt die Aktionsphase nach wie vor als wichtiger Frequenzbringer, um Kundinnen und Kunden in die Innenstädte zu locken und saisonale Ware vor dem Wechsel auf die Herbstmode abzubauen. Ob der diesjährige Sale besonders attraktiv ausfällt, hängt auch von den Lagerbeständen ab. Nach Einschätzung des Handelsverbandes stehen die Chancen auf außergewöhnlich hohe Preisnachlässe in diesem Sommer jedenfalls gut.
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