Guano Apes sind wieder „Big in Münster“ iFAN-Musikfestival im Skaters Palace glänzt mit fettem Brett

Die Guano Apes sind wieder „Big in Münster“ (Foto: Stephan Günther)

Lange erwartet, mehrfach verschoben, hart abgefeiert. Nachdem bereits am Vorabend das Gratisfestival „Up the iFANS“ für einen mehr als gelungenen Auftakt des Konzertwochenendes sorgte, ist es am 21. Mai 2022 endlich soweit, das iFAN-Musikfestival geht im ausverkauften Skaters Palace mit reichlich Punk, Core und exzellenter Stimmung über die Bühne. Aber der Reihe nach:

Malcolm Rivers – Once more with Vollgas

„Pünktlich wie die Maurer, draufhauen wie die Zimmerleute“ – das könnte das Motto von Malcolm Rivers für diesen Abend sein. Denn volles Brett gibt es hier schon ab der ersten Sekunde, inklusive Stagediving (mit Salto!) beim ersten Song, bevor Sänger Andi beim zweiten Song die Crowd teilt wie einst Mose das Meer und kurzerhand im Publikum vor der Bühne weitersingt. Beeindruckendes Energielevel, das konsequent über die ganzen 45 Minuten gehalten wird. Ausgesprochen schade, dass es „für immer wahrscheinlich“ das letzte Konzert der münsteraner Post-Core-Truppe gewesen sein könnte – ganz sicher jedenfalls das letzte in dieser Besetzung, denn der charismatische Frontmann wird sich in Zukunft seiner Familie und neuen musikalischen Zielen widmen. Diese Show ist jedem Fall ein würdiger Schwanengesang für das vorerst letzte Kapitel der Malcolm-Rivers-Geschichte.

Damniam – Mit Punk, Melodie und schönen Gitarren

Mit solide gebolztem Punkrock erfreut danach die augenzwinkernd und nicht ganz der Wahrheit entsprechend als „Yvonne, Jasmin, Chantalle und die Andere“ angekündigte zweite münsteraner Truppe des Abends das ordentlich warmgespielte Publikum. Schön melodisch-rock‘n‘rollig geht es zur Sache, sehr zur sichtlichen Freude aller Anwesenden. Wer sich vorher noch nicht ordentlich warmgetanzt und gepogt hatte, kann spätestens diese Gelegenheit für ein angenehmes Sportgitarren-Workout nutzen. A propos Gitarre: Der Preis für die schönsten Gitarren des Abends dürfte heute an die Jungs von Damniam gehen – die farbenfrohe Retro-Kollektion an Saiteninstrumenten macht jedenfalls ordentlich was her.

Ein letztes fettes Brett für Sänger Andi von Malcolm Rivers. (Foto: Stephan Günther)

Van Holzen – Die Revolution aus Ulm

„Meine Damen und Herren, begrüßen Sie mit mir: die Revolution aus Ulm: Van Holzen!“ Großspurig angekündigt und angemessen abgeliefert. Die wohl frischste Combo im Lineup (seit 2015 unter diesem Namen unterwegs, aber schon seit 2009 ein Team) macht ihrem Namen alle Ehre: Geholzt wird gewaltig! Ehrlich und geradlinig wird hier gefällige Unterhaltung zum Besten gegeben, der Sound oszilliert zwischen Stoner, Punk und erdiger Rockmusik, die deutschen Texte dazu machen einiges her. Aber kein Wunder, immerhin ist der süddeutsche Dreier schon von Anfang an auf Erfolgskurs und konnte bereits 2016 einen gewonnen Bandförderpreis und einen Slot beim Southside Festival für sich verbuchen. Weiter so!

Guano Apes – Schönen Gruß aus der guten alten Zeit

Es ist inzwischen sauheiß im Skaters Palace…und es wird noch heißer! Denn in Münster ist man heute auch stimmungsmäßig „Close to the sun“. Als hätte man die Guano Apes Anfang der 2000er eingefroren und extra fürs iFAN-Festival mit reichlich Feuer wieder aufgetaut, knallt hier sofort ordentlich Energie ins Publikum. Auch wenn die Anreise per Zug sich dank Tornado als eher so mittelmäßig erquicklich erweist, ist von Erschöpfung keine Spur. Die unfreiwillige zweieinhalbjährige Auszeit scheint bei den Apes eher für voll geladene Akkus und vier Extraportionen Motivation gesorgt zu haben. Meine Güte, da passiert was auf der Bühne.

Wenn der Moderator sich auf der Bühne einsam fühlt, verleihen wir gerne Redakteur Michi. (Foto: Stephan Günther)

Musikalisch ein absolut einwandfreier Job aus dem oberen Regal: die spaßeshalber für Basser Stefan Ude vorbereiteten „Spiel besser“- und „Spiel richtig“-Zettel können jedenfalls ungenutzt im Koffer des Bühnentechnikers bleiben. Nicht nur in Songs wie „Suzie“ wird hier deutlich, was man aus fünf Saiten so alles herausholen kann. Die andere Hälfte der Saitenfraktion in Gestalt von Gitarrist Henning Rümenapp steht dem in nichts nach, wie in der Gitarrenarbeit bei „Lez“ anschaulich gezeigt wird. Absolut positive Überraschung auch der Gesang von Frontfrau Sandra Nasic – hat sie in den Neunzigern auch schon so verdammt gut geklungen? Neben den erwartbar gefeierten Klassikern vom Kaliber „Open your eyes“, „Lord of the Boards“ und „Big in Japan“ bringen die Göttinger einen schön abwechslungsreichen Querschnitt durch ihr Schaffen.

Beim emotionalen „Rain“ eskaliert das Publikum vollends und spätestens bei der Eminem-Hommage „Lose yourself“ gibt es kein Halten mehr – wer Crossover macht, kann halt auch einen Rap-Rap-Rapsong mehr als überzeugend durch die Halle ballern. Und wo wir schon beim Thema ballern sind: der Song mag „Fake“ heißen, aber der druckvolle Drumsound ist echt und Dennis Poschwatta, der Meister des funkigen Crossover-Getrommels, zeigt den Kesseln, wer die Knüppel in der Hand hat. Songs wie „Pretty in scarlet“ beweisen aber auch, dass er nicht nur einen Dampfhammer verschluckt, sondern auch den Groove mit dem großen Löffel gefrühstückt hat. An diesem Abend sind die Guano Apes jedenfalls ganz „Big in Münster“ und wir schließen uns dem Wunsch des Veranstalters an, diese Ausnahmetruppe möge auch in fünf Jahren zum zehnjährigen iFAN-Jubiläum wieder die münsteraner Bühnenbretter zum Beben bringen.

4 Kommentare

  1. Es war ein sehr geiler Abend und es war so cool endlich mal wieder Live Musik zu genießen! :)
    An dem Abend wurden Fotos gemacht, auch von den Besuchern.
    Meine Truppe und ich wurden auch fotografiert! ;)
    Wo kann ich die Fotos sehen bzw, woher bekomme ich unser Gruppenbild?

    1. Hey Jennifer,

      unser Fotograf hat tatsächlich nur die Band fotografiert. Wende dich doch mal an den Veranstalter, die Produktion hatte wohl auch einen eigenen Fotografen vor Ort.

  2. Es war Gigantisch. Tolle Stimmung SAU geile Musik und mega Location. Mir tut heute noch alles weh vom zappeln 😁. Top top top🤘🤘🤘🤘

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