
Bei ihrem „Konzert des Jahres“ demonstrierte die Westfälische Schule für Musik am Sonntag im Großen Haus des Theaters Münster die erstaunlich große Bandbreite, in der in dieser städtischen Einrichtung Musik gelehrt und gelebt wird. Schlag auf Schlag wechselte das Programm zwischen den unterschiedlichen Ensembles und Instrumentengruppen, munter und launig moderiert durch Peter Nagy, der seit 2024 Direktor der Musikschule ist.
„Ein ausverkauftes Theater zu diesem Konzert zeigt einfach, wie toll Musik in der Westfälischen Schule für Musik gelehrt wird“, meinte Oberbürgermeister Tilman Fuchs in seiner Begrüßungsrede und hob den Zugang hervor, den die Musikschule ermöglicht „für Menschen, die Lust haben, Musik zu machen, egal auf welchem Niveau“.
Konzert zeigt musikalische Spitzenklasse
Das Niveau war in manchen Programmpunkten wirklich beachtlich, wie bei dem Duo von Mattis Jo Koling an der Posaune und Emil Hansol Sülberg an der Tuba, die nach Erfolgen in den Vorjahren auch diesmal wieder bei dem deutschlandweiten Wettbewerb „Jugend musiziert“ antreten wollen. Sie hatten für ihre Bearbeitung sogar direkt Kontakt zu dem zeitgenössischen Komponisten Steven Verhelst aufgenommen. Ähnlich ambitioniert trat auch das Geigenquartett von Anton Brüllmann, Celine Trinh sowie Anna und Greta Warnecke mit einer Komposition von István Szelényi auf. Peter Nagy rief dazu auf, über den Instagram-Account der Westfälischen Schule für Musik einen Namen für dieses noch namenlose Quartett vorzuschlagen.
Zwei junge Solisten trauten sich auch auf die große Bühne: Clara Ehlker an der Harfe und der erst siebenjährige Xuyang Christian Guo am Klavier, der das Publikum mit seiner Virtuosität und mit seinem unbekümmerten Auftreten direkt ins Herz traf.
Der dreistündige Konzertabend artete aber nicht in eine Leistungsschau aus, es war ja schließlich kein Wettbewerb. So standen immer wieder ganz unterschiedlich große Ensembles auf der Bühne, die zeigten, was so alles an der Musikschule an der Himmelreichallee und den vielen Außenstellen unterrichtet wird. Gerade bei dem JeKits-Orchester der Paul-Schneider-Schule in Kinderhaus, das den Abend eröffnet hat, geht es vor allem darum, möglichst vielen Kindern erleben zu lassen, welche Freude das gemeinsame Musizieren bereiten kann.
Klangvielfalt beim Konzert des Jahres
Musikalisch spannte sich der frühe Abend im Theater Münster von barocker Musik vom Jungen Westfälischen Barockensemble über Filmmusik aus „Fluch der Karibik“ mit den vielen Streichern und Bläsern der „Symphonic Winds & Drums“ bis zu moderner Popmusik. Die gab es von vielen Gitarrenschülern mit Pharrell Williams „Happy“, von dem Gesangsensemble Kiwis mit „When we were Young“ von Adele und vor allem von der Band „Take Off“, die erst seit einigen Monaten zusammenspielt, aber „Black Velvet“ von Alannah Myles und „Still Into You“ von Paramore sehr überzeugend rüberbrachten.
Beliebte Höhepunkte waren aber wie schon gewohnt die ganz großen Ensembles, in denen fortgeschrittene Schüler zusammen mit Lehrkräften musizieren. Das Westfälische Jugendsinfonieorchester präsentierte unter der Leitung von Tor-Song Tan diesmal den ersten Satz aus Dvořáks Sinfonie „Aus der neuen Welt“, und die Big Band der Westfälischen Schule für Musik zum Abschluss des Abends gleich zwei Stücke („Don’t Go To Strangers“ und „Ain’t No Mountain High Enough“) – zur Feier des Tages verstärkt durch Streicher und den Kiwis als Backgroundsängerinnen. Denn dies war der letzte Auftritt von Lars Motel, dem langjährigen Big Band-Leiter. Direktor Peter Nagy und Kulturdezernentin Cornelia Wilkens verabschiedeten sich bei dieser Gelegenheit von dem „Innenminister der Musikschule“ mit Blumenstrauß und einer vergoldeten Wasserwaage als Abschiedsgeschenk.
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