GOP: 40.000 Masken für Indien gespendet Am Sonntag standen viele vor dem GOP-Theater Schlange, um Stoffmasken für Indien zu spenden / Veranstalter vom Ansturm und der abgegebenen Menge überrascht

Lesezeit: 3 Minuten.
Hunderte Hilfsbereite kamen am Sonntagnachmittag zum GOP, um ihre Masken zu spenden. (Foto: Jasmin Reghat)
Hunderte Hilfsbereite kamen am Sonntagnachmittag zum GOP, um ihre Masken zu spenden. (Foto: Jasmin Reghat)

Schon über ein Jahr leben wir in Deutschland mit dem Corona-Virus und gehen mit Masken durch den Alltag. In jedem Haushalt sammelten sich Stoffmasken, ob selbstgenäht oder gekauft, in den unterschiedlichsten Farben und mit verschiedensten Mustern. Doch seit Ende Januar diesen Jahres gilt in Nordrhein-Westfalen FFP2- oder OP-Maskenpflicht. Die Fabrikate aus Stoff werden bei uns nicht mehr verwendet, in anderen Teilen der Welt aufgrund der kritischen Lage aber dringend benötigt.

So auch in Indien – das Land hat aktuell stark mit der Corona-Pandemie zu kämpfen. Erst Anfang des Monats wurde mit mehr als 400.000 Neuinfektionen an einem Tag ein trauriger Rekord gebrochen. Das Gesundheitssystem ist überfordert, Krankhäuser und Krematorien überfüllt. Hinzu kommt ein Mangel an Sauerstoff, Medikamenten und medizinischem Hilfsmaterial.

Nadine Wittkamp von der Leitung der Gastronomie im GOP Varieté-Theater Münster sammelte zunächst alte Stoffmasken aus ihrem Bekannten- und Freundeskreis, um diese dann an einen Kontakt nach Indien zu schicken. Prompt fielen ihr die ausrangierten Stoffmasken aus dem GOP-Theater ein. Sie setzte sich mit dessen stellvertretendem Direktor, Lennart von Kannen, in Verbindung. Der multikulturelle Zusammenhalt ist im GOP selbstverständlich, denn Künstler und Künstlerinnen aus aller Welt arbeiten Hand in Hand und kreieren gemeinsam atemberaubende Shows. So wurde aus einer kleiner Aktion unter Freunden eine große Masken-Sammelaktion. Ort und Zeit der Veranstaltung wurden über die Social-Media-Kanäle des Varietés bekannt gegeben, was nicht lange unbemerkt blieb. Privatpersonen und Unternehmen aus ganz Münster teilten den Beitrag und riefen zum Mitmachen auf.

„Da ist es schon fast Pflicht zu helfen.“

Die von den Veranstaltern der Spendenaktion angestrebte Menge wurde um ein Vielfaches übertroffen. (Foto: Jasmin Reghat)
Die von den Veranstaltern der Spendenaktion angestrebte Menge wurde um ein Vielfaches übertroffen. (Foto: Jasmin Reghat)

So kam es, dass schon vor Beginn der Sammelaktion tütenweise Stoffmasken am Haupteingang vom GOP hingen. „Wenn dazu aufgerufen wird, ist Münster da und hilft“, freut sich Nadine Wittkamp. Ursprünglich hatte sie etwa 1000 Masken erwartet, die mit der Unterstützung der Stadt Billerbeck nach Kerala gesendet werden sollen. Die Beteiligung der Münsteraner:innen übertraf diese Vorstellung allerdings bei weitem. In den zwei Stunden von 15 bis 17 Uhr kamen am Sonntagnachmittag hunderte Hilfsbereite zum GOP, um ihre Masken zu spenden. Nahezu alle Spender waren begeistert von der Aktion, sie bedankten sich für die Möglichkeit helfen zu können und freuten sich über das Engagement des GOP.

Gesammelt haben die Spender in der ganzen Nachbarschaft, bei der Arbeit oder im Freundeskreis. Auch ansässige Unternehmen wie Skate Aid, LBS, die Kiepenkerl-Apotheke, das Café Extrablatt in der Königstraße und viele weitere beteiligten sich. Schätzungsweise 40.000 Masken kamen so zusammen. Die Wäscherei Sicking erklärte sich bereit, die Stoffmasken kostenfrei zu waschen und zu desinfizieren, damit der Weitertransport erfolgen kann.

Mit so einer hohen Anteilnahme hatten die Veranstalter wirklich nicht gerechnet. Das GOP wird in den nächsten Tagen neben der Stadt Billerbeck weitere Kooperationen anstreben, damit die Spenden so schnell wie möglich nach Indien verschickt werden können. Ideengeberin Nadine Wittkamp ist mehr als zufrieden: „Mich wundert es nicht, dass sich Münster so engagiert. Trotzdem bin ich überwältigt. Einfach toll, so viel Hilfsbereitschaft.“

Ein Kommentar

  1. Ich bin immer wieder beeindruckt, wenn Ideen in die Tat umgesetzt werden. Alle Achtung. Der Mensch an sich ist eben doch ein soziales Wesen.
    Leider konnte ich, in Biller beck wohnend, nicht teilnehmen, da erst am Sonntag davon erfahren u ich erst abends heimgekehrt bin. Im Falle einer Anschluss Aktion könnte ich noch einige Stoffmasken beisteuern.
    Herzliche Grüße E. Hüppe

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.