Glanz, Glitzer und Groove Mit „D.I.S.C.O.“ katapultiert das GOP Varieté-Theater Münster den Sound und das Lebensgefühl der 70er-Jahre mitten ins Jetzt

Glitzernde 70er, pulsierende Live-Musik und atemberaubende Artistik: Mit „D.I.S.C.O.“ katapultiert das GOP Varieté Münster das Lebensgefühl der Disco-Ära mitten ins Hier und Jetzt. (Foto: Ralf Mohr)

Schon beim Betreten des GOP Varieté-Theater Münster liegt ein leises Knistern in der Luft. Es ist Premierenabend, das Publikum erwartungsvoll, die Bühne in warmes Licht getaucht. Und dann ist da dieses Versprechen, das über dem Abend schwebt: „Artistic meets 70s“. Was folgt, ist keine nostalgische Rückschau, sondern eine selbstbewusste, temporeiche Neuinterpretation einer Zeit, „in der Platten und Walkmans unglaublich modern waren – wer so etwas hatte, kam sich fast vor, als wäre er vom Mars“, so Direktor Hamid Reghat.

Mit der neuen Show „D.I.S.C.O.“, die bis zum 12. April 2026 in Münster zu sehen ist, gelingt dem GOP ein Spagat zwischen Retro-Glamour und zeitgenössischer Artistik. Es ist eine Hommage an die 1970er-Jahre, an das Lebensgefühl zwischen Discokugel, Wochenendplanung und dem Drang, dem Alltag tanzend zu entkommen. „Dienstags begann man bereits darüber nachzudenken, in welche Disco man am Freitag gehen würde“ – dieser Satz könnte als Motto über dem gesamten Abend stehen. Die Bühne wird zum vibrierenden Nachtclub. „In dieser Show sind skurrile Menschen zu sehen, aber auch klare Hauptakteure, die das Geschehen tragen“, so Direktor Hamid Reghat. Die Inszenierung spielt bewusst mit Kontrasten: Schlaghosen und Neonfarben treffen auf zeitgenössische Artistik, poetische Momente wechseln sich mit rauschhaften Höhepunkten ab.

Ein Soundtrack zwischen Vergangenheit und Gegenwart

Den musikalischen Pulsschlag liefert das Duo As Manko, die das Nachtleben der 1970er-Jahre „authentisch, energiegeladen und voller musikalischer Leidenschaft“ auf die Bühne holen. Sängerin Maja Matic überzeugt mit starker Stimme und großer Ausdruckskraft, während Multiinstrumentalist Benni Kran den Sound zwischen Retro und Zeitlosigkeit verankert.

Inhaltlich spannt „D.I.S.C.O.“ einen weiten Bogen. Jessica Savalla entfacht mit ihrer Hula-Hoop-Darbietung ein Feuerwerk aus Rhythmus, akrobatischer Präzision und brasilianischem Temperament, inspiriert vom Karneval in Rio, funkelnd wie eine Discokugel. Ihre schnelle, rockige Jonglage unterstreicht ihre Vielseitigkeit und sorgt für einen der dynamischsten Momente des Abends.

Einen ganz anderen Ton schlägt Faeble Kievman an. Der international gefeierte Clown bringt „poetisch-verschmitzten Witz“ und einen unkonventionellen Humor ein, der leise, aber nachhaltig wirkt. Seine Auftritte schaffen Momente des Lachens und des Innehaltens.

Rasant wird es mit Iñigo Arroyo, der auf dem BMX scheinbar mühelos die Schwerkraft außer Kraft setzt. Seine Tricks sind ebenso spektakulär wie präzise, ergänzt durch eine kraftvolle, dynamische Performance im Cyr Wheel.

„D.I.S.C.O.“ ist keine reine Retro-Show

Zu den emotionalen Höhepunkten zählt die Artistenfamilie Skating Belli. Ihre Rollschuhakrobatik ist temporeich und hochpräzise, die anschließende Duo-Strapaten-Nummer kraftvoll und elegant zugleich. Ebenso poetisch wirkt das Duo Oscilante aus Mexiko: Balance, Partnerakrobatik und fließende Tanzbewegungen verschmelzen zu einem harmonischen Gesamtkunstwerk, das durch seine stille Intensität beeindruckt.

Der preisgekrönte Diabolo-Virtuose Hiromiki Torii verbindet musikalisches Feingefühl mit technischer Höchstleistung. Seine rhythmisch-poetischen Formen wirken beinahe meditativ und setzen einen ästhetischen Kontrapunkt zum Disco-Drive. Ergänzt wird das Ensemble durch Viktoriia Fedak & Volodymyr Koval, deren energiegeladene Choreografien den Tanz als verbindendes Element zwischen Musik und Artistik etablieren.

Der musikalische rote Faden hält den Abend zusammen. „D.I.S.C.O.“ kopiert die 70er-Jahre nicht eins zu eins, sondern übersetzt deren Lebensgefühl. „D.I.S.C.O.“ ist keine reine Retro-Show, sondern eine Reise durch Zeit, Musik und Bewegung. Kostüme, Licht und Sound zitieren die 70er, ohne in Klischees zu verfallen.  Die Show richtet sich nicht nur an Disco-Veteranen, sondern auch an ein Publikum, das die 70er-Jahre vielleicht nur aus Erzählungen kennt und ihnen hier neu begegnet.

Für alle, die Varieté lieben, Disco fühlen und sich für einen Abend von Glitzer, Groove und großartiger Artistik mitreißen lassen wollen, ist „D.I.S.C.O.“ ein absolutes Muss. Das GOP Varieté Münster beweist einmal mehr, wie zeitgemäß Varieté ist.

Das „D.I.S.C.O“-Ensemble: 

  • Maja Matic: Gesang, As Manko (Band)
  • Benjamin Kran: Musik, As Manko (Band)
  • Jessica Savalla: Hula-Hoop, Jonglage
  • Faeble Kievmann: Comedy
  • Iñigo Arroyo: Cyr-Wheel, BMX
  • Hiromiki Torii: Diabolo
  • Skating Belli: Rollschuh-Akrobatik, Duo Strapaten
  • Viktoriia Fedak & Volodymyr Koval: Tanz
  • Duo Oscilante: Partnerakrobatik
  • Regie: Aleks Uvarov
  • Showidee & Visuals: Knut Gminder
  • Choreografie: Anna-Lena Bernhofen & Enver Fetahu
  • Lichtdesign: Pascal Werdehausen
  • Kostümbild: Ina Richter

 Showdauer: ca. 2 Stunden inkl. Pause.

Informationen und Buchungen sind von Montag bis Freitag in der Zeit von 11 bis 18 Uhr sowie samstags, sonntags und an Feiertagen von 12 bis 18 Uhr über die GOP Tickethotline (02 51) 490 90 90 möglich – oder jederzeit online unter www.variete.de/muenster. Es gibt Ermäßigungen für Schüler und Studenten (bis jeweils 27 Jahre bei Vorlage eines gültigen Ausweises), mittwochs sogar 50%. Das gilt an allen Tagen für Kinder bis 14 Jahre, die haben in den Osterferien vom 1. bis 12. April in Begleitung eines regulär zahlenden Erwachsenen sogar freien Eintritt (Tickets nach Verfügbarkeit).

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