Geduld beim digitalen Impfzertifikat Portal für QR-Codes überlastet / Analoge Unterlagen bleiben weiter gültig

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In den vergangenen Wochen haben sich die Apotheken in Münster auf die Digitalisierung des Impfnachweises vorbereitet. (Foto: AKWL)
In den vergangenen Wochen haben sich die Apotheken in Münster auf die Digitalisierung des Impfnachweises vorbereitet. (Foto: AKWL)

Seit gestern ist es auch in Münster möglich, sich ein digitales Impfzertifikat ausstellen zu lassen – zumindest theoretisch. Der Grund dafür: die Überlastung des Portals, das die Daten zum Robert-Koch-Institut übermittelt und die individuellen QR-Codes produziert. 

In Münster bieten mit Stand von heute rund 60 Apotheken den Service an. Wer sich jetzt mal eben schnell einen QR-Code besorgen will, um damit die CovPass App oder die Corona-Warn-App zu füttern und dort seine erfolgte Corona-Schutzimpfung hinterlegen möchte, braucht gerade viel Geduld. Das System, das für die Apotheken über das Verbändeportal des Deutschen Apothekerverbands (DAV) zu erreichen ist, kann die derzeit massenhaften Anfragen nicht verarbeiten und stürzt laufend ab.

Die Mitarbeitenden in den Apotheken sind verärgert, das System sei wenig durchdacht, die Serverkapazitäten nicht ausreichend. „Da hat offenbar jemand wieder nicht mitgedacht“, sagt eine Apothekerin aus dem Kreuzviertel. „Dass der Ansturm auf die digitalen Impfzertifikate immens sein wird, war doch abzusehen, ähnlich wie bei den ersten Impfterminen.“ Heute habe sie bislang jeden Kunden wegschicken und vertrösten müssen, berichtet sie uns. Gestern habe sie hingegen geschafft, wenigstens eine Handvoll QR-Codes auszustellen. „Da hatte ich wahrscheinlich einfach Glück“, sagt sie und rät, es außerhalb der Stoßzeiten zu probieren, etwa ab 18.00 Uhr, wenn die ersten Apotheken schließen.

„Erneut müssen Apotheken im Zuge der Pandemiebewältigung neben ihrer Hauptaufgabe der Arzneimittelversorgung eine neue Aufgabe sehr kurzfristig übernehmen“, heißt es von der Apothekerkammer Westfalen-Lippe (AKWL) mit Sitz in Münster. „Wir bitten die Patienten daher gerade zu Beginn der Aktion um etwas Geduld“, fügt Dr. Klaus Michels, Vorstandsvorsitzender des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe (AVWL) hinzu. „Die Apotheken vor Ort bieten die Leistung auch in den kommenden Tagen und Wochen noch an.“ Er weist außerdem darauf hin, dass es in vielen Apotheken auch die Möglichkeit gebe, online Termine zu reservieren.

Bis auf Weiteres behält der analoge Impfausweis seine Gültigkeit, ebenso wie ausgestellte Impfbescheinigungen. „Das elektronische Impfzertifikat ist für die Bürgerinnen und Bürger eine smarte Lösung. Allerdings ist der traditionelle Papier-Impfausweis weiterhin uneingeschränkt gültig. Es gilt hier kein entweder oder“, erklärt Thomas Müller, Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, hierzu. Wer sich bereits komplett in einem Impfzentrum in Westfalen-Lippe hat impfen lassen, muss nichts selber veranlassen. Der QR-Code kommt automatisch mit der Post. Die Stadt Münster bittet, von Nachfragen direkt im Impfzentrum abzusehen. In Zukunft sollen in den Impfzentren diese Codes für alle neu durchgeführten Impfungen vor Ort ausgegeben werden. Ab wann genau dies der Fall sein wird, ist allerdings unklar. Sukzessive soll bis Mitte Juli auch die Anbindung der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte erfolgen.

Apotheken, die die digitalen Impfzertifikate ausstellen, lassen sich über das Portal „Mein Apothekenmanager“ anzeigen. 

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