Gedanken im Seitensprung Ein Abend zwischen Jazz und Komik / Helge Schneider begeistert das Publikum in der Halle Münsterland

Helge Schneider in seinem Element. (Foto: Maximilian Halstrup)
Helge Schneider in seinem Element. (Foto: Maximilian Halstrup)

Zwischen Jazz, spontanen Gedankensprüngen und viel Humor zeigt Helge Schneider am vergangenen Freitagabend, wie viel Können hinter seiner scheinbar beiläufigen Komik steckt. 

Freitag, der 13., und die große Halle in der Halle Münsterland ist scheinbar bis auf den letzten Platz gefüllt. Tausende Besucherinnen und Besucher erleben Helge Schneider, einen großen Künstler, der seit Jahrzehnten für eine Mischung steht, die sich kaum einordnen lässt: Jazz, Humor und Geschichten, die ihren ganz eigenen Weg nehmen. Am Klavier, mit der Gitarre oder der Trompete spielt Schneider Melodien und wechselt mühelos zwischen Musik und spontanen Einfällen. Seine Band begleitet ihn sicher durch die Stücke. Mal ist es leise und ruhig, mal verspielt und überraschend. Die Musik steht dabei immer im Mittelpunkt.

Musiker, Komiker, Künstler: Helge Schneider. (Foto: Maximilian Halstrup)
Musiker, Komiker, Künstler: Helge Schneider. (Foto: Maximilian Halstrup)

Typisch für seine Lieder ist es, dass sie selten geradeaus verlaufen. Schneider kommt von Höcksken auf Stöcksken, beginnt mit einem Thema und biegt plötzlich in eine andere Richtung ab. Über mehrere gedankliche Schleifen landet er wieder am Anfang oder ganz woanders. In seinen Songs glaubt man oft zu wissen, welches Wort als nächstes kommt, weil es sich reimen oder logisch anschließen würde. Doch genau in diesem Moment passiert etwas anderes. Statt der erwarteten Pointe taucht ein völlig anderes Wort auf, manchmal ein scheinbar nebensächliches Detail. Was dabei zunächst albern wirkt, ist oft nur die Oberfläche. Schneider greift Beobachtungen aus dem Alltag auf und verschiebt sie leicht ins Absurde. Der Nonsens wirkt beiläufig, doch musikalisch ist alles präzise gesetzt. Musik, Timing und Sprache greifen ineinander.

Zum Abschied des Konzerts bedankt sich Schneider mit „einer Träne im Knopfloch“ beim Publikum. Es sei ihm an diesem Abend richtig ans Herz gewachsen, sagt er. Freunde habe er schließlich keine. Wieder lachen die Menschen im Saal. Zurück bleibt ein Abend mit viel Musik, vor allem viel Jazz und einem Künstler, der zeigt, wie viel Kunst in scheinbar spielerischer Leichtigkeit steckt.

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