Friedenspreis 2026 für NATO und socioMovens Verleihung soll nächstes Jahr wieder im Historischen Rathaus Münster stattfinden / Jury betont Bedeutung von Kooperation und Stabilität

Der WWL-Vorsitzender Dr. Reinhard Zinkann hier 2024 bei der Verleihung des Internationalen Preises des Westfälischen Friedens an den französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron. (Foto: Thomas Hölscher)
Der WWL-Vorsitzender Dr. Reinhard Zinkann hier 2024 bei der Verleihung des Internationalen Preises des Westfälischen Friedens an den französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron. (Foto: Thomas Hölscher)

Die Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe (WWL) zeichnet im kommenden Jahr die NATO mit dem Internationalen Preis des Westfälischen Friedens 2026 aus. Der Preis soll im Historischen Rathaus Münster überreicht werden. Stellvertretend für das Verteidigungsbündnis wird Generalsekretär Mark Rutte die Auszeichnung entgegennehmen. Den Jugendpreis erhält das internationale Netzwerk socioMovens – Giving Europe a Soul, das junge Menschen in Mittel- und Osteuropa zu sozialem Engagement ermutigt.

Mit der Ehrung der NATO will die WWL nach eigenen Angaben eine Institution auszeichnen, die in unsicheren Zeiten für Stabilität und Partnerschaft steht. „Mit der Auszeichnung des NATO-Bündnisses würdigen wir eine Institution, die in einer Zeit globaler Unsicherheit Verlässlichkeit schafft, Partnerschaft fördert und Frieden durch Stabilität ermöglicht“, erklärt WWL-Vorsitzender Dr. Reinhard Zinkann.

Die Jury hebt in ihrer Begründung mehrere Aspekte hervor: Die Aufnahme Finnlands und Schwedens habe die Stabilität Europas gestärkt, die Unterstützung der Ukraine erfolge im Rahmen des Völkerrechts, und langjährige Missionen wie KFOR im Kosovo zeigten das dauerhafte Engagement der Allianz. Auch die aktualisierte Women, Peace and Security-Agenda sowie die Förderung von Resilienz in den Mitgliedsstaaten seien Beispiele für die Friedensarbeit der NATO.

Mark Rutte als „Symbol für Geschlossenheit“
NATO-Generalsekretär Mark Rutte mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyi. (Foto: NATO)
NATO-Generalsekretär Mark Rutte mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyi. (Foto: NATO)

Neben der Organisation selbst wird auch Generalsekretär Mark Rutte gewürdigt. Seit seinem Amtsantritt im Herbst 2024, so die Jury, habe er das Bündnis durch eine Phase geopolitischer Spannungen geführt und dabei „Pragmatismus, Geschlossenheit und Maß“ gezeigt. Zinkann betonte zudem die Bedeutung der transatlantischen Partnerschaft: „Der Westfälische Frieden steht für Ordnung durch Verständigung und Einbindung. Genau das leistet die NATO im 21. Jahrhundert. Unter der Führung von Mark Rutte zeigt sie, dass militärische Stärke und Friedenssicherung kein Widerspruch sind, sondern sich gegenseitig bedingen.“

Jugendpreis für soziales Engagement
Der Jugendpreis des Westfälischen Friedens geht an die Organisation socioMovens – Giving Europe a Soul. (Foto: socioMovens)

Der Jugendpreis des Westfälischen Friedens geht an die Organisation socioMovens, die sich seit 2013 für europäische Verständigung und gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzt. In Jugendcamps und Projekten in Mittel- und Osteuropa lernen junge Menschen, soziale Verantwortung zu übernehmen und sich für eine gerechtere Gesellschaft einzusetzen.

„Die Organisation socioMovens verleiht Europa eine Seele“, sagt Zinkann mit Blick auf das Motto der Initiative, das auf ein Zitat des früheren EU-Kommissionspräsidenten Jacques Delors zurückgeht. Die Teilnehmer bleiben über lokale Gruppen und ein europaweites Netzwerk miteinander verbunden.

Tradition mit münsterschen Wurzeln

Der Westfälische Friedenspreis erinnert an das Friedenswerk von Münster und Osnabrück, das 1648 den Dreißigjährigen Krieg beendete. Seit 1998 wird er alle zwei Jahre vergeben – frühere Preisträger waren unter anderem Kofi Annan, Helmut Kohl, Daniel Barenboim, Helmut Schmidt, die Internationale Space Station sowie zuletzt Emmanuel Macron und Margot Friedländer.

Mit der Auszeichnung von NATO und socioMovens will die WWL an diese Tradition anknüpfen – und zugleich ein Zeichen für internationale Kooperation und zivilgesellschaftliches Engagement setzen.

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