
Auf den Feldern in Münster hat die Erdbeerernte begonnen. Nach Angaben der Erzeuger sorgt der milde Winter zusammen mit überwiegend günstigen Bedingungen im Frühjahr für einen frühen Start in die Saison. Seit einigen Tagen werden die ersten reifen Früchte geerntet. Den offiziellen Auftakt gaben die Erdbeerbauern Burkhard Lütke Laxen, Stephan Bäcker und Wilhelm Spielbrink am Mittwoch bei einem Pressegespräch auf dem Betrieb Lütke Laxen.
Burkhard Lütke Laxen aus Münster-Gelmer spricht von einem gelungenen Saisonstart: „Der Start in die Erdbeersaison ist aus unserer Sicht sehr gelungen. Unsere Bio-Erdbeeren wachsen unter optimalen Bedingungen heran und gehen täglich frisch vom Feld direkt in den Verkauf“, erklärt er. Er betont zudem die Nachfrage nach regionaler Ware und verweist auf kurze Wege vom Feld in den Verkauf. „Die Nachfrage nach regional erzeugten Erdbeeren ist weiterhin hoch. Unsere Kundinnen und Kunden schätzen den kurzen Weg vom Feld in den Hofladen und den Lebensmitteleinzelhandel – das schmeckt man und sieht man den roten Beeren an. Auf unseren Selbstpflückfeldern können unsere Kunden selbst tätig werden und ernten“, so Lütke Laxen. Auf seinem Betrieb werden nach seinen Angaben seit 2005 Erdbeeren in ökologischem Anbau sowie Spargel produziert.
Ernte bis Spätsommer und Blick auf weitere Beeren
Auch Stephan Bäcker vom Erdbeer- und Spargelhof in Münster-Gelmer blickt zufrieden auf den Saisonauftakt. „Wir freuen uns sehr, den Münsteranern auch in diesem Jahr wieder leckere eigene Erdbeeren anzubieten. Wenn das Wetter mitspielt, werden wir bis in den Spätsommer hinein ernten“, sagt er. Die Früchte seien ab sofort an Verkaufsständen im Stadtgebiet, auf Selbstpflückfeldern und im Hofladen in Gelmer erhältlich. Neben Erdbeeren baut Bäcker weitere Beerenfrüchte an. „Die ersten Himbeeren erwarten wir ab der zweiten Maihälfte. Brombeeren und Heidelbeeren folgen voraussichtlich im Juni“, so Bäcker. Er setzt nach eigenen Angaben zunehmend auf geschützten Anbau in Tunneln und Gewächshäusern. „Der Trend geht weiter klar in Richtung rückenschonender Stelagen und Tunnel, um unabhängiger vom Wetter zu sein und gleichbleibende Qualität zu sichern“, unterstreicht er.
Selbstpflücke in Handorf-Dorbaum
Wilhelm Spielbrink bietet Erdbeeren zur Selbstpflücke nach eigenen Angaben seit dem vergangenen Jahr an und will das Angebot in dieser Saison fortsetzen. „Die Pflanzen haben sich gut entwickelt, und die Früchte konnten bei den milden Temperaturen optimal ausreifen. Unsere Erdbeeren überzeugen durch Aroma und Aussehen. Wir laden herzlich auf unser Selbstpflückfeld und in unseren Hofladen in Handorf-Dorbaum ein und liefern gerne Tipps und weitere leckere Zutaten zur Verköstigung der Erdbeeren“, sagt Spielbrink.
Direktvermarktung und Wandel im Anbau
In der Mitteilung des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes e. V., Kreisverband Münster, wird der regionale Obst- und Gemüseanbau als wichtiger Baustein der Direktvermarktung bezeichnet. Susanne Schulze Bockeloh, Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Münster, hebt die Bedeutung kurzer Transportwege hervor: „Gerade bei Erdbeeren zeigt sich, wie wertvoll regionaler Anbau ist“, betont sie. „Kurze Transportwege sichern Frische, Qualität und Geschmack. Gleichzeitig stärken Einkäufe bei unseren Direktvermarktern die heimische Landwirtschaft. Ein Besuch auf den Spargel- und Erdbeerhöfen ist in diesen Wochen für Verbraucher ein absolutes Erlebnis“, ist Schulze Bockeloh überzeugt.
Zugleich wird auf einen anhaltenden Strukturwandel im Erdbeeranbau verwiesen. Demnach stammt ein wachsender Anteil der Erntemengen aus geschütztem Anbau, etwa aus Folientunneln oder Gewächshäusern, während der klassische Freilandanbau zurückgeht. Landesweit bauen in Nordrhein-Westfalen mehrere hundert Betriebe Erdbeeren an. Ein großer Teil der Ernte werde direkt über Hofläden, Verkaufsstände oder Selbstpflückangebote vermarktet.
