
Am Dienstag, 27. Januar 2026, plant die Plattform „Minimum“ in Münster eine Demonstration anlässlich des Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Unter dem Motto „Erinnern heißt handeln“ wollen die Organisierenden an die Verbrechen der NS-Zeit erinnern und zugleich auf aktuelle Formen von Antisemitismus und die Bedeutung konkreter Konsequenzen aus dem Gedenken verweisen.
Ausgangspunkt ist nach Angaben der Gruppe eine Kundgebung um 18:00 Uhr vor dem Hauptbahnhof. Anschließend sei ein stiller, „aber mahnender“ Gedenkzug über die Warendorfer Straße bis zum ehemaligen „Gertrudenhof“ vorgesehen. Dort, in dem heute nicht mehr erhaltenen Gasthof, seien im Dezember 1944 knapp 400 Menschen, die als Jüdinnen und Juden verfolgt wurden, aus dem Münsterland festgehalten worden, bevor sie in das Ghetto Riga verschleppt worden seien. Am Ort befindet sich heute eine Gedenkstele, an der das Gedenken beendet werden soll.
Inhaltlich knüpft die Demonstration an die historische Zäsur des 27. Januar 1945 an: an diesem Tag wurde das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz befreit. Die Plattform verbindet das Erinnern an die Opfer mit der Forderung, den „spezifischen Charakter des deutschen Vernichtungsantisemitismus“ zu benennen und Kontinuitäten wahrzunehmen. „Nie wieder ist jetzt“ dürfe keine leere Formel bleiben, heißt es.
Zugleich richtet die Gruppe den Blick auf weitere Opfergruppen des nationalsozialistischen Terrors. In einer Medienmitteilung erklärt „minimum – emanzipatorische plattform gegen antisemitismus“, viele Verfolgte und ihre Angehörigen hätten noch lange nach 1945 darum kämpfen müssen, als Opfer anerkannt zu werden. Genannt werden unter anderem Sinti* und Roma*, behinderte Menschen, psychisch erkrankte sowie queere Personen. Gedenken dürfe zudem nicht zur „Reinwaschung der ‚wieder gut gewordenen Deutschen‘“ werden oder zu einem „Gedächtnistheater“, in dem die Verfolgten des Holocaust nur „Statist*innen“ seien.
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