
Ihren Ursprung hat die Bewegung „March for Science“ in den USA unter der Trump-Regierung. Den vom damaligen US-Präsidenten propagierten „alternative facts“ wollten die dortigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler echte Fakten entgegensetzen und fanden Anhängerinnen und Anhänger in der ganzen Welt, 600 Städte haben sich 2017 der Aktion angeschlossen, am „March for Science“ haben 2018 in Münster rund 600 Menschen teilgenommen.

In diesem Jahr stand die Veranstaltung in Münster unter dem Motto „375 Jahre Westfälischer Frieden – Wissenschaft für Frieden und Völkerverständigung“. Woran die geringe Beteiligung gelegen haben mag, ist auch den Veranstalterinnen und Veranstaltern nicht klar. Sie vermuten, dass sich viele Studierende noch in den Nachwehen der Corona-Pandemie befinden und es noch ungewohnt sei, sich zu treffen, um gemeinsam zu demonstrieren. Auch der gewählte Termin an einem Samstagmittag könne ungünstig gewesen sein, wie eine Sprecherin vermutet. Insgesamt scheint das Interesse am „March for Science“ nachgelassen zu haben, in manchen Städten gibt es inzwischen gar keine Strukturen mehr, die sich hier engagieren, wie es hieß.

Gründe, um sich zu engagieren, gibt es mit Blick auf die zurückliegende Corona-Pandemie zur Genüge. Selten zuvor haben selbsternannte Expertinnen und Experten ohne wissenschaftlichen Hintergrund aber mit jeder Menge „alternativer Fakten“ und abstrusen Verschwörungsmythen im Gepäck, die Ergebnisse wissenschaftlicher Arbeit so massiv in Frage gestellt, ohne diesen überprüfbare Fakten entgegenstellen zu können. Ähnlich verhält es sich im Zusammenhang mit dem Klimawandel, den ebenfalls manche für einen Bluff halten. „Der ‚March for Science‘ richtet sich gegen Populismus und postfaktisches Denken. Es ist aktuell wichtiger denn je, Quellen zu hinterfragen. Wissenschaft steht auch für Selbsthinterfragung“, wie Münsters Bürgermeisterin Maria Winkel in ihrer Rede hervorhob.
Fotos: Bührke
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