„Eine Graphic Novel, die die Freiheit glorifiziert“ Interview mit Zeichner Jörg Hartmann zur Ausstellung „Liberty“ im Haus der Niederlande im Krameramtshaus, die vor allem Originale aus seinem aktuellen Comic zeigt

Jörg Hartmann zeigt in der Ausstellung „Liberty“ im Haus der Niederlande im Krameramtshaus Originale aus seinem aktuellen Comic. (Foto: Ralf Clausen)
Jörg Hartmann zeigt in der Ausstellung „Liberty“ im Haus der Niederlande im Krameramtshaus Originale aus seinem aktuellen Comic. (Foto: Ralf Clausen)

Jörg Hartmann ist vielen in Münster bekannt als Zeichner von zwei Comics über den Privatdetektiv Wilsberg. Er gestaltet auch jedes Jahr die Plakate für das Wilsberg Promi Kellnern am Aasee und die Adventskalender für die Krebshilfe Münster. Im letzten Jahr hat er zusammen mit dem gebürtigen Münsteraner Julian Voloj mit „Liberty“ ein neuen Comic veröffentlicht, der international in vielen Ländern verlegt worden ist. Darin geht es darüber, wie die Freiheitsstatue an ihren Platz im Hafen von New York gekommen ist.

Ab dem 8. August können wir seine Original-Zeichnungen zu diesem Comic und auch weitere Aquarelle mit Szenen aus den aktuellen New York in eine Ausstellung im Haus der Niederlande im Krameramtshaus betrachten. Wir haben ihn aus diesem Anlass in seinem Laden in der Sophienstraße besucht.

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ALLES MÜNSTER: Laden, Atelier, Galerie – was ist das hier überhaupt?

Jörg Hartmann: Laden ist das natürlich auch, weil man hier Sachen kaufen kann, aber eigentlich ist es ursprünglich immer gedacht gewesen als der Platz, wo ich arbeite, wo ich meine Zeichnungen mache.

Kommen Leute auch extra angereist nach Münster, um dich hier in dem Laden zu besuchen?

Ja, das ist verrückt. Neuerdings kommen sogar Menschen aus Frankreich angereist, um hier Bilder von mir zu kaufen.

Weil sie diesen Comic „Liberty“ gelesen haben?

Ja, genau. Manche scheinen das so zu mögen, dass sie meinen, sie müssten jedenfalls die Bilder kaufen. Es geht auch ein bisschen darum, sich eine Zeichnung zu holen und mal den Typen zu treffen, der dahinter steckt. Den Franzosen ist irgendwie klar, dass Comic auch Kunst sein kann. Comic kann natürlich alles Mögliche sein, Comic will ja auch alles sein, manchmal will Comic auch nur Trash sein, aber in Deutschland ist es eben nicht so richtig durchgesickert, dass Comic eben auch richtig Hochkultur sein kann.

Deinen Status in der Comic-Welt hat „Liberty“ in eine andere Sphäre gebracht als vorher der „Wilsberg“?

Ja, das schon. Der erste Wilsberg-Comic war ja sehr erfolgreich, und dann habe ich mehrere Möglichkeiten gehabt, wie es mit meiner Comic-Zeichnerei weitergeht. Ich habe mich dann bewusst entschieden, noch einen zweiten Wilsberg-Comic zu machen, weil ich irgendwie dachte, wenn das zwei Dinger sind, dann hat das noch mal so eine ganz andere Wirkung, als wenn das nur einer ist.

Und während ich an dem Comic gearbeitet habe, da kamen schon die ersten internationalen Anfragen. Es gab so ein paar Momente zwischendurch, wo ich gedacht habe, hoffentlich ist das nicht die falsche Entscheidung gewesen. Hoffentlich passieren die Sachen, die ich jetzt haben könnte, auch noch, wenn ich mit dem zweiten Wilsberg fertig bin.

Du musstest bei den Anfragen absagen, weil du keine Zeit dafür hattest?

Genau, dann sieht man die Verlage, das waren französische Verlage, da wollte ich immer hin. Und dann sieht man natürlich, dass die Comics dann trotzdem veröffentlicht werden, die hat dann jemand anderes gezeichnet. Und dann denkst du halt: „Wilsberg“ ist auch toll – und ist es bis heute noch.

Ich habe wirklich sehr, sehr stark von meiner Arbeit an „Wilsberg“ profitiert, das muss man auch sagen. Also dass dieser Laden so gut läuft, wie er jetzt läuft, das hängt auch mit „Wilsberg“ zusammen. Und meine Bekanntheit hier in Münster, die ich dadurch erlangt habe. Dabei war das erst nur ein Studienprojekt. Es war nicht als Verlagsprojekt gedacht gewesen, sondern mehr so als Spielwiese, um mich damit auseinanderzusetzen. Denn vorher hatte ich mit Comics gar nichts zu tun gehabt, und ich konnte das auch nicht.

Die ersten Seiten, die ich für „Wilsberg“ gezeichnet habe, die habe ich fünf oder sechs Mal gezeichnet, um alles möglich auszuprobieren, ich musste das wirklich lernen. Und das habe ich anhand von „Wilsberg“ gemacht. Dass da am Ende dann so was bei herausgekommen ist, wofür sich auch ein großer Verlag interessiert, das ist der Tatsache geschuldet, dass ich mich da sehr lange mit auseinandergesetzt habe und sehr viel Material gehabt habe, das am Ende auch verwertbar war.

An diesem Zeichentisch in seinem Laden in der Sophienstraße sind die Originalzeichnungen für die Wilsberg-Comics und „Liberty“ entstanden. (Foto: Ralf Clausen)

Wie ist es nun zur Zusammenarbeit mit Julian Voloj gekommen? Der ist ja gebürtiger Münsteraner, wie ich gelesen habe?

Ja, er ist gebürtiger Münsteraner, lebt aber schon seit über 25 Jahren in New York.

Hat er dir das Projekt „Liberty“ vorgeschlagen oder war das eine dritte Person?

Da muss ich etwas ausholen. Der Julian stand hier bei mir im Laden, als er aus New York in Münster zu Besuch war. Jemand hatte ihm gesagt: „Geh mal zu dem Typen in den Laden, der zeichnet Comics“, weil Julian vorhatte, Comics zu schreiben. Er hatte noch nichts veröffentlicht, aber Lust mal mit jemand darüber zu quatschen. Und wir haben uns dann ziemlich lange über Comics unterhalten. Zum Schluss hat er gefragt, ob er den Wilsberg-Comic mitnehmen kann. Ich hab ihm den aber nicht gegeben, weil der noch nicht veröffentlicht war [Anm. d. Red.: es handelt sich hier um den ersten Wilsberg-Comic „In alter Freundschaft“, der 2012 erschienen ist].

Ich hab ihm den Band dann zwei Wochen später nach New York geschickt. So haben wir uns kennengelernt. Dann ist viel Zeit vergangen, aber wir sind in Kontakt geblieben. Julian hat seine ersten Bücher veröffentlicht, war sofort sehr erfolgreich, hat einen Agenten gehabt, das wusste ich. Und seine Bücher sind auch sofort international erschienen, in den USA, in Frankreich, Deutschland und ganz Europa, das ist wirklich ganz toll.

Also die Bücher, das waren Comics?

Das waren Graphic Novels, ja. Irgendwann – das war so fünf oder sechs Jahre später – habe ich eine E-Mail von ihm gekriegt. Und in der E-Mail stand: „Jörg, ich sitze hier in New York, in einem Café zusammen mit meinem Agenten. Und mein Agent sagt, er wäre in Deutschland über einen Zeichner gestolpert, der gut auf ein Projekt von mir passen würde. Und das bist du…“

Und ich so: Häh…? Die sitzen da und quatschen über mich?

Es war Nicolas Grivel, ein französischer Comic- und Literaturagent. Mit dem hatte ich zufälligerweise auch schon zu tun, der hat ein Buch von mir nach Frankreich gebracht. Und das Projekt, um das es da ging, war „Liberty“. Der zweite „Wilsberg“ war da gerade herausgekommen, und dann hatte ich Zeit und hatte auch sofort total Bock auf das Projekt.

Du hattest sofort Feuer gefangen oder mussten sie dir das Projekt erst „schmackhaft“ machen?

Erst einmal: Wenn ich so ein großes Projekt mache, wie jetzt „Liberty“ eins war, dann muss ich auch wissen, dass ich fünf Jahre lang Lust habe daran zu arbeiten. Wenn ich nach zwei Jahren die Lust verliere und mich dann drei Jahre quälen muss, wird das nicht gut.

Das heißt, ich muss das Manuskript lesen. Das war auch schon fertig, Julian hat mir das dann geschickt. Zuerst habe ich gedacht, ich habe nicht richtig Ahnung, was mit der Freiheitsstatue los war. Ich hatte so ein paar Eckdaten – Frankreich, USA, das weiß man vielleicht noch. Dann habe ich es gelesen und schnell festgestellt, dass es nicht das ist, was ich dachte, was es ist.

Was hast du denn ursprünglich gedacht, was es ist?

Ich dachte, es wird eine Graphic Novel, die die USA glorifiziert.

Und was ist es in Wirklichkeit geworden?

Es ist eine Graphic Novel geworden, die die Freiheit glorifiziert. Mit einem historischen Kern – aber das war es, das die Menschen bewegt hat, diese Statue zu bauen. Es sind natürlich auch die geschichtlichen Umstände dieser Zeit gewesen, die dazu geführt haben. Das sind andere Umstände gewesen, als wir sie heute haben. Vor allem in Europa, es war wenig friedlich, sehr kriegerisch noch, als der Schöpfer der Freiheitsstatue in die USA ging. Das tat er, weil er Franzose war und Frankreich zu der Zeit von Deutschland besetzt war. Die Menschen fühlten sich hier nicht unbedingt frei, in den USA hingegen war die Sklaverei gerade abgeschafft. Die USA waren eine Demokratie, in Mitteleuropa herrschten noch Monarchen. Da waren halt Menschen der Meinung, dass man der Freiheit ein Denkmal setzen soll.

Außerdem hatte ich gedacht: Da hat der französische Staat den USA als Staat ein Denkmal geschenkt, also der Präsident dem Präsidenten. Ich fand toll, dass dem nicht so war. Das sind ja mehr oder weniger Privatpersonen gewesen, die sich in einer Gruppe zusammengefunden haben, um das Projekt durchzuboxen. Und wie die das gemacht haben und was die für Hürden hatten und was das für Typen waren, das steht alles in dem Buch.

Jörg Hartmann vor einigen Original-Aquarellen aus "Liberty". (Foto: Ralf Clausen)
Jörg Hartmann vor einigen Original-Aquarellen aus „Liberty“. (Foto: Ralf Clausen)

Während du das Buch gezeichnet hast, warst du gar nicht in New York, oder? Und davor auch nie?

Wir hatten es die ganze Zeit vor und es wäre vielleicht auch sinnvoll gewesen – und andererseits auch wieder nicht. Denn das heutige New York ist ein ganz anderes als das, was ich in dem Buch gezeichnet habe. Es gab keine Wolkenkratzer und so was. Man findet da auch heute noch Stellen, die es damals schon gegeben hat, aber im Wesentlichen ist es eine Stadt mit einer ganz anderen Atmosphäre. Es gibt eben keine Kutschen und keine 10.000 Pferde mehr in der Stadt und solche Dinge.

Ich brauch immer ein Gefühl für meine Arbeit, und das Gefühl ist besser zu erzeugen gewesen durch alte Fotografien. Und da gibt es aber, Gott sei Dank, auch ziemlich viel Material. Weil der Bartholdi, also der Schöpfer der Freiheitsstatue, darauf auch sehr großen Wert gelegt hat. Dem war das schon wichtig, dass das alles gut dokumentiert wird. Ihm war irgendwie klar, dass er etwas Besonderes schafft, sonst hätte er wahrscheinlich nicht so einen Augenmerk drauf gelegt.

Inzwischen bist du aber in New York gewesen?

Ja, ich war mit meiner Freundin Anke da. Wir waren da eingeladen in die Society of Illustrators, um unser Buch vorzustellen. Es gab ein Bühneninterview und auch eine kleine Ausstellung. Dann hieß es aber, wenn du hier ein Buch vorstellt, das mit der Freiheitsstatue zu tun hat, dann wäre es auch echt schön, wenn du vorher wenigstens einmal an der Freiheitsstatue warst. Das wird hier bestimmt Thema an dem Abend.

Und du warst vorher noch nicht da gewesen?

Ich war vorher noch nicht da. Und dann haben sind wir dahin gefahren, meine Freundin Anke und ich. Und haben uns da alles angeguckt, es war beeindruckend. Man muss es sich vorstellen: Ich habe mich fünf Jahre lang mit der Statue sehr intensiv beschäftigt – und dann habe ich sie das erste Mal gesehen. Das war schon etwas Besonderes für mich, davor zu stehen und zu merken wie groß sie ist. Ich finde übrigens auch, dass sie ein wirklich tolles Kunstwerk ist.

Wir haben uns da alles angeguckt und ganz zum Schluss sind wir an dem Museums-Shop vorbeigekommen. Wir wollten da natürlich rein, auch um zu sehen, was es alles so gibt. Auf der Treppe in den Laden habe ich zu Anke gesagt: Erwarte aber nicht, dass es das Buch hier gibt. Denn unser Mutterverlag ist ein englischer Verlag, die haben immer gesagt, wir kriegen das nicht da rein. Da es ein „National Park“ ist, müssten wir eine öffentliche Publikation sein, um da rein zu kommen.

Jetzt sind wir da reingegangen und Anke hat das Buch da gefunden, es lag da trotzdem. Da habe ich mich natürlich total gefreut und Anke hat gesagt: Ich kauf das, ich will den Kassenbon haben, als Erinnerung, das bringt auf jeden Fall auch Glück und so. Dann hat sie aber an der Kasse etwas Lustiges gemacht, nämlich die letzte Seite aufgeschlagen – da ist ein Foto von mir drin – und das dann gezeigt und gesagt: „Look, look at this photo, he’s that guy from the book“.

Und dann sind sie ausgerastet, sie haben sich total gefreut, haben uns ein Ständchen gesungen und so was. Und ich habe mich natürlich auch total gefreut, weil es das Buch an der Freiheitsstatue gab.

Dann sind wir da raus, haben uns auf eine Fähre gesetzt und sind nach Ellis Island gefahren. Diese Insel, wo die Baracken sind mit den Quarantäne-Stationen für die Einwanderer. Und da kam uns schon ein Mann entgegen und sagte, dass wir mitkommen sollen, in den Buchladen. Dort kam schon jemand die Treppe hoch mit einem Stapel „Liberty“-Bücher. Die von Liberty Island hatten im Buchladen auf Ellis Island angerufen und gesagt: „Der Typ, der das Buch gemacht hat, der kommt gleich vorbei, lasst euch die Bücher signieren. Wir haben nicht dran gedacht“.

Und ich habe mir dann überlegt, ich lade die ein zu der Veranstaltung in der Society of Illustrators. Die Antwort war: „Nee, wir möchten lieber dich einladen, komm bitte noch einmal zur Freiheitsstatue, wir möchten eine offizielle Veranstaltung mit dir machen. Wir veranstalten einen Signiertag und machen das nochmal richtig schön“. Ja, und so ist der zweite Termin in New York zustande gekommen. Wir sind da noch einmal hin und das ist eben das, was Anke da losgetreten hat.

Also du selbst hättest dich nicht getraut, das Buch aufzuschlagen und zu sagen: Ich bin das! Oder?

Das hätte ich nie gemacht. Aber wenn Anke das nicht gemacht hätte, dann hätte ich diese ganzen Erlebnisse nicht gehabt. Denn der zweite Besuch in New York war ja auch noch geknüpft an andere Erlebnisse, die auch wieder damit zu tun haben, was jetzt in Zukunft weiter passiert. Ich hab „Liberty“ entdeckt im Design Store im MoMA, es lag da auf einem Präsentiertisch – einfach so total irre Sachen sind da passiert. Oder mir ist eine Ausstellung angeboten worden in einem Museum in North Carolina, solche Sachen. Alles war so mühelos und so von ganz alleine passiert da.

Es geht auf jeden Fall auch noch irgendwie da weiter. Julian und ich arbeiten schon wieder an einem neuen Buchprojekt, das wird auch wieder in New York spielen, und zwar in der Bronx, aber es wird etwas ganz anderes sein.

Eine andere Zeit?

Ja, es wird auf jeden Fall eine andere Zeit sein und es wird keinen historischen Kern haben. Es wird etwas Fiktionales sein, sozusagen eine Roman-Umsetzung.

Wie war das denn für dich überhaupt, nach New York zu kommen, nachdem das Buch „Liberty“ herausgekommen war?

Sehr schön. Ich hatte immer so ein Bild von New York, das natürlich vor allem durch Filme geprägt war, also das, was jeder so kennt. Daher hatte ich eine gewisse Erwartungshaltung. Erstmal war ich ein bisschen eingeschüchtert von dieser großen Metropole. Und dann habe ich gedacht, das ist wahnsinnig hektisch und laut. Aber es gibt auch eine Möglichkeit, sich der Stadt zu nähern und das ganz anders zu empfinden. Also es gibt auch total ruhige, harmonische Orte. Und so habe ich New York dann kennengelernt.

Und du bist mit ein Skizzenbuch durch New York gelaufen und hast ein paar Eindrücke eingefangen? Oder hast du Fotos gemacht?

Ja, ich habe Fotos gemacht. Für ein Skizzenbuch hätte ich die Ruhe nicht gehabt, weil die Zeit auch relativ knapp war. Und ich habe die ganze Zeit das Gefühl gehabt: „Ah, jetzt hier einen halben Tag sitzen und Skizzen machen? Lieber noch irgendwie ein bisschen mehr sehen und ein bisschen was von dem Vibe spüren“.

Und wenn du jetzt Zeichnungen oder Aquarelle von dem heutigen New York anfertigst, dann zeigen sie, was du in der Erinnerung hast? Machst du das eigentlich für dich selber, um Spaß daran zu haben?

Ja, also das funktioniert immer so. Ich sehe Sachen und finde die schön. Und die lösen in mir irgendwie was aus. Dann fotografiere ich die erst einmal – und ich mache sehr, sehr viele Fotos. Dann gucke ich mir die später an, wenn ich wieder zurück bin. Und werte die aus, kann man sagen.

Also ich gucke mir die an. Und manchmal passiert das eben, dass ich denke: Ah, da hätte ich jetzt Lust, etwas daraus zu machen. Dann fange ich an. Aber dann ist das auch nicht so, dass ich einfach stumpf Fotos abzeichne oder so, sondern dass ich damit spiele. Also ich mach dann Skizzen, probiere Perspektiven aus und so.

Und das zieht sich dann durch die ganze Arbeit auch so fort. Am Ende, wenn die Farbe dann drauf kommt, dann probiere ich auch viel aus. Ein Ziel gab es da gar nicht. Ich hatte einfach Lust, das so umzusetzen. Man sieht in New York auch viele besondere Sachen. Ich weiß zum Beispiel bis heute gar nicht so genau, wo das alles ist, was ich da gezeichnet habe. Aber das sind alles Orte, die ich toll fand.

Und was erwartet die Menschen ab Freitag in der Ausstellung im Krameramtshaus?

Wahnsinnig viele Originale aus dem Buch. Ich arbeite relativ großformatig, so dass der Eindruck vor dem Original zu stehen, noch einmal ganz anders ist, als in dem Buch zu blättern. Dann hoffe ich, dass es den Menschen so geht, wie es mir immer geht, wenn ich Originale von Künstlern sehe. Nämlich, dass ich toll finde, dass da jemand genau in dieser Entfernung vor einer Zeichnung oder vor einem Bild gesessen hat, als er das gemalt hat. Also es gibt nur dieses eine Original, das zeichnet „Liberty“ auch aus. Es gibt da keine digitalen Arbeiten oder so etwas. Jede Doppelseite existiert als Doppelseite auf Papier. Und die sind da ausgestellt.

Was gibt es da noch?

Skizzen gibt es zu sehen, Figuren, Entwürfe. Ich versuche ein bisschen zu zeigen, was in dem Buch nicht zu sehen ist. Und natürlich die New York-Aquarelle, die sind auch noch nie so gezeigt worden vorher. Ich glaube, dass die auch noch mal anders sind, als man das von einem Comiczeichner erwarten würde.

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Die Ausstellung „Liberty“ mit Zeichnungen und Aquarellen von Jörg Hartmann ist vom 8. August bis zum 7. September im Haus der Niederlande im Krameramtshaus zu sehen. Und zwar montags bis freitags jeweils von 12 bis 18 Uhr und samstags und sonntags von 10 bis 16 Uhr, der Eintritt ist frei. Am letzten Wochenende, bei der Nacht der Museen und Galerien, gibt es dann noch eine weitere Öffnungszeit ab 20 Uhr. Und da wird dann auch der Künstler selbst anwesend sein, so wie auch sonst Samstags zwischen 10 und 12 Uhr, um zu signieren oder auch kleine Zeichnungen in den Büchern zu hinterlassen.

Am Donnerstag (7. August) wird die Ausstellung ab 18 Uhr feierlich eröffnet. Am gleichen Tag ist dieses Gespräch mit Jörg Hartmann in Auszügen auch in der Bürgerfunksendung „Easy Listening - Musik am Feierabend“ zu hören. Die kann auch jetzt schon in der Mediathek bei NRWision unter https://www.nrwision.de/mediathek/sendungen/easy-listening abgerufen werden. Mehr Infos zum Grafiker Jörg Hartmann könnt ihr unter www.extrakt.de finden.

 

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