
Immer das gleiche und doch nie dasselbe: Der Aufbau der Tanne vor der Sankt Lamberti Kirche. An diesem Morgen rollte sie wieder über den Prinzipalmarkt, die Tanne, die während der Adventszeit mit ihren Lichtern den Weihnachtsmarkt vor der imposanten Innenstadtkirche erhellen wird. Doch bis es soweit ist, heißt es für Hubertus Wilmers Ausschau zu halten, schließlich soll ja nicht irgendein krummes Bäumchen am Prinzipalmarkt stehen. Wie in jedem Jahr hat Wilmers’ Spürnase auch in diesem Fall den richtigen Weg gewiesen, nach Hiltrup.

Die 17 Meter hohe Nordmanntanne hat diesmal eine ganz besondere Geschichte hinter sich. Wie immer wurde der Baum auch in diesem Fall nicht für den Weihnachtsmarkt gefällt, sondern wäre ohnehin entfernt worden, für einen Neubau auf dem Grundstück, das der Stiftung der Alexianerbrüder gehört. Die Tanne stand 65 Jahre lang auf dem Grundstück „An der alten Kirche“ in Hiltrup, ihre Geschichte ist eng mit der münsterschen Familie Israel verbunden. Um 1960 hatte der Vater von Walter und Heinz Israel den Baum gepflanzt, der fortan das Bild des Grundstücks prägte. Walter Israel arbeitete später im Martinistift, heute eine Jugendhilfeeinrichtung der Alexianer in Nottuln. Als die Stiftung St. Martinistift Ende der 1990er Jahre neue Wohnformen für Kinder und Jugendliche entwickelte, erwarb sie 1998 das Grundstück in Hiltrup von Heinz Israel. Das frühere Elternhaus der Brüder wurde für eine Wohngruppe umgebaut, die Walter Israel leitete – eine Verbindung zur Familie blieb somit weiterhin bestehen.
Tanne weicht Neubau

Nach dem Übergang der Stiftung St. Martinistift an die Alexianer im Jahr 2017 ging auch das Grundstück in deren Verantwortung über. In Kürze soll dort erneut eine Wohngruppe entstehen, die Menschen Betreuung und Pflege bietet. Für den Neubau jedoch muss die rund 65 Jahre alte Tanne weichen; die Fällung wurde von der Stadt Münster genehmigt. Heinz Israel, der weiterhin auf dem Nachbargrundstück lebt, blickt mit persönlicher Verbundenheit auf die Geschichte des Ortes zurück.
Bevor die Tanne fällt, wird sie noch einmal zum Mittelpunkt des adventlichen Geschehens: Mit 350 Metern Lichterkette geschmückt, soll sie erstmals zur Eröffnung der Weihnachtsmärkte am Montag, 24. November, erstrahlen. Ab 17.00 Uhr werden ab 17 Uhr die „6-Zylinder“ A-capella-Hits aus ihrem Kult-Musical „Der Schweinachtsmann“ aufführen. Das Blechbläserensemble „Galaxy Brass“ der Westfälischen Schule für Musik spielt vom Turm der Sankt Lambertikirche Lieder zur Adventszeit. Um 17.30 Uhr schaltet dann Oberbürgermeister Tilman Fuchs die Weihnachtsbeleuchtung an und eröffnet damit offiziell die sechs Weihnachtsmärkte.
Fotos: Bührke
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