„Effi o Blaenau“ gewinnt bei LITFILMS Walisischer Spielfilm von Regisseur Marc Evans beim Literatur Film Festival Münster ausgezeichnet / Erstmals auch Wettbewerb für Kurzfilm

Der walisische Spielfilm „Effi o Blaenau“ von Regisseur Marc Evans wurde im Wettbewerb „Literaturadaption“ ausgezeichnet. (Foto: (c) Met Film)
Der walisische Spielfilm „Effi o Blaenau“ von Regisseur Marc Evans wurde im Wettbewerb „Literaturadaption“ ausgezeichnet. (Foto: (c) Met Film)

Das LITFILMS Literatur Film Festival Münster ist am Sonntagabend mit der Preisverleihung im Schloßtheater zu Ende gegangen. Nach zehn Festivaltagen wurde der walisische Spielfilm „Effi o Blaenau“ von Regisseur Marc Evans mit dem mit 5.000 Euro dotierten Preis im Wettbewerb „Literaturadaption“ ausgezeichnet. Im neuen Kurzfilmwettbewerb LIT.shorts ging der Publikumspreis an „Die Unvorzeigbarkeit dessen, was nie hätte geschehen sollen“ von Silke Schönfeld.

„Effi o Blaenau“ basiert auf dem Theaterstück „Iphigenia in Splott“ des walisischen Autors Gary Owen. Der Film erzählt von einer jungen Frau und ihrem Leben zwischen Hoffnung, Verlust und den Grenzen gesellschaftlicher Fürsorge.

Die Jury mit der Schauspielerin und Autorin Anna Brüggemann, dem Filmemacher Fränz Hausemer sowie der Autorin und Verlegerin Elte Rauch würdigte insbesondere die Hauptdarstellerin Leisa Gwenllian. „Effi o Blaenau ist ein bemerkenswerter Film, der in die Intimität eines individuellen Lebens eindringt, um etwas Universelles auszudrücken: das Unerwartete und die Art und Weise, wie wir lernen, damit umzugehen“, heißt es im Jury-Statement.

Auch die filmische Umsetzung überzeugte die Jury. Der Film führt das Publikum in die Landschaft Nordwales und in eine zunächst fremde Welt, die zunehmend vertraut wirkt. Die Jury hob dabei unter anderem die walisische Sprache, die Landschaft und die sensible Erzählweise von Marc Evans und Leisa Gwenllian hervor.

Publikum entscheidet bei LIT.shorts

Erstmals wurde in diesem Jahr ein Wettbewerb für die Kurzfilmreihe LIT.shorts ausgetragen. Den Preis sicherte sich „Die Unvorzeigbarkeit dessen, was nie hätte geschehen sollen“ von Silke Schönfeld. Über den Gewinner entschied das Publikum per Voting.

Der Film beschäftigt sich mit den unsichtbaren Spuren nationalsozialistischer Erziehung im Leben zweier Schwestern. Für den Gewinn gibt es ein Preisgeld von 500 Euro, außerdem erhält Schönfeld eine Untertitelung für ein Folgeprojekt. Gestiftet wurde der Preis von der Untertitel-Werkstatt Münster.

In dem neuen Kurzfilmwettbewerb "LIT.shorts" wurde "Die Unvorzeigbarkeit dessen, was nie hätte geschehen sollen" von Silke Schönfeld ausgezeichnet. (Foto: (c) Silke Schönfeld)
In dem neuen Kurzfilmwettbewerb „LIT.shorts“ wurde „Die Unvorzeigbarkeit dessen, was nie hätte geschehen sollen“ von Silke Schönfeld ausgezeichnet. (Foto: (c) Silke Schönfeld)

Mehr Publikum und neue Impulse

Zehn Tage lang widmete sich LITFILMS dem Spannungsfeld zwischen Literatur und Film. Neben Filmvorführungen standen Lesungen, Workshops und Live-Performances auf dem Programm. Unter anderem waren die Autoren Anja Rützel, Annika Brockschmidt, Constantin Lieb, David Vajda, Lütfiye Güzel und Son Lewandowski in Münster zu Gast.

Auch zahlreiche Filmschaffende kamen nach Münster und diskutierten mit dem Publikum über ihre Arbeiten und die gezeigten Filme. Zu den Gästen gehörten unter anderem Regina Schilling, Bayan Layla, Josef Brandl, Janina Sara Hennemann und Koxi.

Die vierte Festivalausgabe stieß nach Angaben der Veranstalter auf deutlich mehr Publikumsinteresse als die Vorjahre. „Das Publikum hat sich erneut auf besondere Literatur, neue Filme und ungewohnte Perspektiven eingelassen. Viele Veranstaltungen waren ausverkauft. Für uns ist das die schönste Bestätigung, dass LITFILMS ein Ort geworden ist, an dem man gemeinsam über Geschichten und ihre Wirkung ins Gespräch kommt“, resümiert Risna Olthuis, die das Festival gemeinsam mit Carsten Happe leitet.

Mit dem neuen Branchentag wollte das Festival außerdem Impulse für den Filmnachwuchs und die Filmregion Westfalen setzen. „Als Festival wollen wir nicht nur internationale Filme nach Westfalen holen, sondern dazu beitragen, dass die hiesige Filmszene sichtbarer wird“, ergänzt Festivalleiter Carsten Happe. „Der neue Branchentag und der Kurzfilmwettbewerb LIT.shorts waren deshalb wichtige Momente für junge Filmemacher:innen, um Arbeiten zu zeigen und auf Augenhöhe mit erfahrenen Kollegen in Kontakt zu kommen.“

LITFILMS kehrt 2028 zurück

Für das Literatur Film Festival Münster geht es nach der vierten Ausgabe zunächst in eine Pause. LITFILMS kehrt im Herbst 2028 zurück. Im kommenden Jahr steht dagegen das Filmfestival Münster auf dem Programm. Es findet vom 17. bis 26. September 2027 statt.

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