Ein Amt im Dazwischen Dr. Heiner Wilmer wird Bischof / Amtseinführung am 21. Juni im Dom

In wenigen Monaten wird Dr. Heiner Wilmer sein Amt als Bischof von Münster antreten. (Foto: Tanja Sollwedel)
In wenigen Monaten wird Dr. Heiner Wilmer sein Amt als Bischof von Münster antreten. (Foto: Tanja Sollwedel)

Am Sonntag, 21. Juni um 14 Uhr wird Dr. Heiner Wilmer SCJ im St.-Paulus-Dom als 77. Bischof von Münster eingeführt. Wilmer gehört der Ordensgemeinschaft der Herz-Jesu-Priester (SCJ) an und war vor seiner Ernennung Bischof von Hildesheim. In Münster setzt er erste inhaltliche Akzente für seinen Amtsantritt.

Papst Leo XIV. hatte den bisherigen Bischof von Hildesheim Ende März zum Nachfolger von Felix Genn ernannt. Mit der Einführung übernimmt Wilmer die Leitung des Bistums Münster, des mitgliederstärksten katholischen Bistums in Deutschland. Der Gottesdienst wird auch im Internet übertragen.

Bei seiner Vorstellung in Münster hat Wilmer erste inhaltliche Akzente gesetzt. „Ich bin überzeugt, dass ich hier Menschen finden werde, die mit mir gehen“, sagte er. Seine Perspektive beschreibt er klar: „Hier liegt die Kraft der Botschaft Jesu. Gott hat ein Herz für die Welt. Vielleicht beginnt dort das Evangelium, wo ein Mensch dem anderen gut ist, wo Nähe entsteht und Hoffnung wächst.“

Prägendes Beispiel

Als prägendes Beispiel nannte Wilmer Schwester Euthymia. Er sprach viel über sie. Die Clemensschwester wirkte als Krankenpflegerin in der Raphaelsklinik in Münster. Heute eines der Krankenhäuser der Alexianer. Für Wilmer steht sie für eine Kirche, die dient und nicht herrscht, und für den Blick auf die Wunden der Menschen. Diese Haltung habe ihn geprägt.

Zwei anspruchsvolle Aufgaben

Der Amtsantritt fällt in eine besondere Phase: Wilmer ist seit Februar Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Damit übernimmt er gleichzeitig Verantwortung für das Bistum Münster und eine bundesweite Leitungsfunktion. Beide Aufgaben bezeichnet er als anspruchsvoll, die gut aufeinander abgestimmt werden müssten.

Über die Entscheidung, die Wahl zum Bischof anzunehmen, hat Wilmer nachgedacht und sich bewusst dafür entschieden. Er begründet es mit seinem eigenen Anspruch: Wer von anderen erwarte, Verantwortung zu übernehmen und sich auf Veränderungen einzulassen, müsse dazu auch selbst bereit sein. „Es geht darum, morgens in den Spiegel schauen zu können“, sagte er bei seiner ersten Rede im Dom.

Persönliche Einblicke gab Wilmer bei seiner ersten Pressekonferenz zur Wahl. Er bezeichnete sich selbst als sportbegeistert und fußballinteressiert. In seiner Jugend stand er zeitweise als Torwart auf dem Platz, bevor er später intensiv Tischtennis spielte, teilweise bereits als Jugendlicher in einer Herrenmannschaft.

Dr. Heiner Wilmer wurde 1961 im emsländischen Schapen geboren. Er gehört der Ordensgemeinschaft der Herz-Jesu-Priester an, daher das Kürzel SCJ. Nach seiner Priesterweihe war er in verschiedenen Aufgaben im Orden tätig, unter anderem in der Ausbildung und später in leitender Funktion in Rom. 2018 wurde er zum Bischof von Hildesheim ernannt. Seit Februar 2026 ist Wilmer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Eigene Bezüge zur Region hat er mehrfach betont. Familie und persönliche Verbindungen führen ihn seit vielen Jahren auch ins Münsterland.

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