
Bei angenehmen Temperaturen von etwas über 20 Grad fand am Samstag das Docklands Festival bereits zum 15. Mal statt. Erneut lockte nicht nur das hochkarätige Line-up, sondern auch der gute Ruf des Festivals 15.000 Besucher an. Seit Jahren zählt das Docklands Festival zu einem der größten innerstädtischen Festivals in NRW und bietet den Freunden der elektronischen Musik stets exzellente Headliner.
Betrachtet man die Historie des Docklands genauer, dann ist es schon beachtlich, welche Größen der DJ-Szene Veranstalter Thomas Pieper in den vergangenen Jahren für das Line-up verpflichten konnte. Bad Boy Bill, Dominik Eulberg, Paul Van Dyk, Monika Kruse, Fritz Kalkbrenner, Moonbootica, Umek, Dixon, Âme, Dave Clark, Solomun, Miss Djax, Stephan Bodzin, Mousse T., Modeselektor, Charlotte de Witte, Amelie Lens, Adriatique, Anfisa Letyago, Boris Brejcha, Sven Väth, Westbam, Ben Böhmer, Kölsch, Fjaak, Alignment, Colyn, Vintage Culture, DJ Paulette, Gerd Janson, Kalte Liebe, Patrick Mason, WhoMadeWho – die Liste ließe sich noch lange fortsetzen.
Doch es sind nicht nur dir großen Namen, die das Docklands so beliebt macht. Die Balance zwischen absoluten Topstars der Szene, Newcomern und Locals versprach immer eine gute Mischung an Charakteren und der Musik. Stillstand gab es beim Docklands buchstäblich nie, das Festival wurde stets optimiert und auf Anregungen der Besucher eingegangen. Knapp 100 DJs aus aller Welt, 5 Bühnen tagsüber, 9 Floors in 6 Clubs nachts, über 200 Lautsprecher und 80 DJ Player sprechen eine klare Sprache. Hier wird auf das Optimum gesetzt, nichts dem Zufall überlassen und viel Wert auf den audiovisuellen Auftritt des Festivals gelegt.
Gigantische Main Stage erneut optimiert
Die schon letztes Jahr gigantische Main Stage wurde erneut optimiert und verfügte nun über stattliche neun Screens hinter und vier Screens vor der Bühne. Die imposanten Screens zeigten zudem in Echtzeit sowohl DJs als auch Publikum und man konnte Artist wie Stimmung auch von etwas weiter weg stets gut verfolgen.
Neu war in diesem Jahr nicht nur die fünfte Bühne die Backyard Stage, sondern auch Cashless Payment überall, um den Festival Besuchern einen noch reibungsloseren Bezahlvorgang zu ermöglichen. Vorab wurde bereits über Social Media das Food Line-up veröffentlicht und ob vegan, vegetarisch oder glutenfrei, es wurde an jeden gedacht.
Generell muss man sagen, dass der Social Media Auftritt bereits Wochen vor dem Festival quasi tagesaktuell die Festivalbesucher mit allen wichtigen Infos versorgte und die Vorfreude dementsprechend steigerte.
Um 11:30 Uhr erklangen auf der Mainstage die ersten Beats, von Krackk b2b Robin Tasi. Es lohnte sich früh vor Ort zu sein, denn erste Headliner wie Davyboi spielten bereits um 13:15 Uhr.
Neue Publikumsmagnete
Ein klarer Publikumsmagnet war wieder der neue Dockland-Bereich, der erst im letzten Jahr eröffnet wurde. Die dortige Canal Stage wurde von KANELLO präsentiert und bot direkt am Wasser House Music Highlights von Julya Karma, Âme mit Henrik Schwarz (live) bis zum Closing durch Desiree b2b Jimi Jules.
Das weltbekannte LGBTQIA+-Kollektiv HE.SHE.THEY. x No Exit fand sich zum ersten Mal auf der Kamp Stage ein, mit dem ganz klaren Motto der Queer Culture und Offenheit. Nach Juliet Sikora legte mit Syreeta ein absoluter Geheimtipp der Szene auf, bevor Cinthie mit einem reinen Vinyl Set das Closing übernahm.
Die Backyard Stage kam als fünfte Bühne neu hinzu und präsentierte mit reduziertem Sound eine intensivere Club-Atmosphäre mit einem reinen FLINTA-Line-up.
Der Hard Techno Floor pres. by MINT zog aus dem Innenhof der Sputnikhalle an die Rail Stage, um dem überwältigendem Zulauf der letzten Jahre mehr Platz bieten zu können – eine absolut richtige Entscheidung des Veranstalters.
Der Regen hat nicht gestört
Was auf der Rail Stage abging, die ebenfalls ein neues Bühnendesign erhalten hatte, war unfassbar! Nicht erst bei Adrian Mills war der Floor bis auf den letzten Platz gefüllt. Einsetzender Regen – egal. Es wurde non stop getanzt. Dass Headliner Schrotthagen die Stimmung dennoch erneut steigern konnte war eigentlich unmöglich da der Siedepunkt doch schon längst erreicht war, aber es gelang.
Dieter Schleip und Giovanni Berg (so Schrotthagen bürgerlich mit Name) trennen vom Alter über 30 Jahre und ihre Harmonie als DJ- und Produzenten-Duo ist der beste Beweis, das Musik keine Altersgrenze kennt.
Gegen 19:30 Uhr kam es dann doch zu einem kurzen Regenschauer aber Münster wäre nicht Münster, wenn man auch das als Festivalbesucher nicht mit einem Augenzwinkern wegtanzen würde. Und es gibt diese Festivalmomente die man einfach live miterleben muss, denn Punkt 20 Uhr zum Set Beginn von Headliner Marlon Hoffstadt auf der Main Stage klarte der Himmel hinter der Bühne auf und die Sonne kam heraus.
Zeitgleich stand ein riesiger Regenbogen über dem Festivalgelände, der allen Besuchern ein Lächeln ins Gesicht zauberte.
Marlon Hoffstadt ging routiniert auf sein Publikum ein, interagierte, lächelte und bot eine wahre Bandbreite an Sound. Stets auf den Punkt, stets treibend, stets überraschend. Der musikalische Übergang von The Prodigy „No good“ zu Bellini „Samba de Janeiro“ war eine dieser Überraschungen. Marlon Hoffstadt verlangte seinem Publikum noch mal alles ab, das durch die milden Temperaturen des Tages auch um 22 Uhr noch über genug Energie verfügte und extatisch feierte. Vielleicht waren es genau diese angenehmen Temperaturen von 22 Grad von der die gesamte Stimmung so profitierte, lag man in den vergangenen Jahren beim Docklands doch meistens deutlich über der 30 Grad Marke.
Das Publikum wollte Marlon Hoffstadt definitiv nicht gehen lassen, der dem Publikum nach Zugabe Rufen über das Mikrofon mitteilen musste, dass draußen leider nach 22:00 Uhr Schluss ist. In kurzer Absprache mit Veranstalter Thomas Pieper auf der Bühne gab es aber dennoch die gewünschte Zugabe, danach gab es großen Applaus vom Publikum und „Marlon, Marlon, Marlon“ Sprechchöre.
Nähe zu den Künstlern
Das Docklands setzt stets auf die Nähe zu den Künstlern und wie nahbar die Künstler selbst sein können, zeigte uns Marlon Hoffstadt abseits der Bühne. Dort entwickelte sich ein nettes Gespräch mit einer Gruppe die extra aus Berlin für ihn angereist war und man stellte fest, dass man den gleichen Grundschullehrer in Berlin hatte. Marlon Hoffstadt bat uns ausdrücklich darum Zitat „Einen Shout out an Herrn Fliegel rauszuhauen, der das hoffentlich liest“. Diesem Wunsch sind wir gerne gefolgt.
Die Massen zogen nun weiter in die angrenzenden Clubs, wo in 6 Clubs mit 9 Floors bis in die frühen Morgenstunden ein nicht weniger spektakuläres Line-up geboten wurde. Ob im Fusion Club zu den Beats von Marco Mesem, Denis Horvat, Steve Stix oder Alyf, auch Fade, Heaven, Favela, Triptychon, Sputnikhalle und Sputnik Café boten ein abwechslungsreiches Programm.
Auf Nachfrage bei den Johannitern, die dieses Mal mit knapp 50 Helfern vor Ort waren, wurde uns bestätigt, dass auch die 15. Ausgabe vom Docklands komplett friedlich verlief und es keine besonderen Vorkommnisse gab.
Am 12. Juni 2027 sehen wir uns definitiv wieder!
(Update, 12. Juni, 8:30 Uhr) – Wir haben die Überschrift angepasst.
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