Der König der Kalauer regiert den Schlossgarten Der Comedian Markus Krebs lieferte im Schlossgarten einen Rückblick auf 15 Jahre Bühnenpräsenz

Markus Krebs hatte Spaß, sein Publikum aber auch. (Foto: Bührke)
Markus Krebs hatte Spaß, sein Publikum aber auch. (Foto: Bührke)

Er ist der Endgegner jeder Party: Der Typ, der einen Witz nach dem anderen erzählt und das meist schlecht. Markus Krebs ist ein Witzeerzähler, allerdings ein begnadeter. Wenn der Duisburger in Fahrt kommt, ist Widerstand zwecklos und zumindest die Fans liegen dem 55-Jährigen zu Füßen, das war auch in Münster kaum anders, als der König des robusten Ruhrpott-Humors im Schlossgarten zur Audienz lud.

Das überwiegend männliche Publikum kam auf seine Kosten. (Foto: Bührke)
Das überwiegend männliche Publikum kam auf seine Kosten. (Foto: Bührke)

Rund 400 weit überwiegend männliche Zuschauer erlebten vor der gediegenen Kulisse des Pavillons im Schlossgarten unter dem Laubdach der alten Eichen einen Querschnitt aus anderthalb Jahrzehnten Comedy des markanten Typen mit der Wollmütze und der Sonnenbrille. Witze wie „Mein Kumpel wundert sich, dass ein Reisebüro immer an der gleichen Stelle ist“ oder „Markus, ich habe eine Marktlücke gefunden. Tja, und da steht er seitdem mit seinem Stand“ haben Qualitäten für die Ewigkeit und dass besagter Freund einen Abreißkalender hat, in dem auf jeder Seite „Heute ist nicht Dein Tag“ steht, sorgte durchaus für Begeisterung. Wer kein Freund des schlüpfrigen Humors ist, sollte allerdings spätestens zur abschließenden Top Ten seiner Lieblingswitze, in der es etwa zehn zweite Plätze gibt, gehen. Auch sein Gedicht über Klein Fritzchen zog sich etwas. Die ersten Reihen waren offenbar von echten Hardcore-Fans besetzt, die spätestens bei einem Witz über Gleitcreme eskalierten. Irgendwann wurde das dann allerdings auch Krebs zu viel und er bat seine Fans ruhig aber bestimmt darum, sich etwas zurückzunehmen. 

Rund 400 Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten die Show im Schlossgarten. (Foto: Bührke)
Rund 400 Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten die Show im Schlossgarten. (Foto: Bührke)

Wer Markus Krebs noch nicht kannte, war mit dem Programm der aktuellen Tour bestens bedient, schließlich ging es um nichts Geringeres als einen Rückblick auf 15 Jahre Comedy-Karriere. Durchgestartet ist Krebs 2011 als Gewinner des RTL Comedy Grand Prix, danach ging es von Kaya Yanar bis Eckart von Hirschhausen praktisch durch alle TV-Shows, die irgendwas mit Humor zu tun haben. Seit 2012 füllen seine Tourneen regelmäßig die Hallen. Der Humor zielt direkt aufs Kleinhirn, ist selten hinter- oder tiefgründig, nie politisch und lebt meist von der Schilderung absurder Alltagssituationen. Gerne agiert Krebs mit seinen Witzen auch mal unterhalb der Gürtellinie, ist aber auch hier in der Regel ein Meister des Timings. Wenn es droht zu viel zu werden, schlägt er einen Haken und erzählt eine Geschichte vom Nachbarn und es ist klar, neben dem willst Du nicht wohnen, schließlich kann man das Wort „Nachbarschaft“ nicht ohne „Arsch“ sagen, wie Markus Krebs betont.

Das Programm „Markus Krebs – 15 Jahre live“ wird echte Fans begeistern, auch wenn viele der Witze dem Stammpublikum sicher bekannt sein dürften. Wer aus Neugierde oder als Begleitung mitgegangen ist, hat entweder einen sehr anstrengenden Abend oder eine echte Humor-Offenbarung erlebt.

Fotos: Bührke

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