„Da wird man angenehm auf Zack gehalten“ Interview mit Lou Strenger, die am 15. November im nächsten neuen Münster-Tatort mit dem Titel „Narrentanz“ erstmals als neue Staatsanwältin auftritt

Lou Strenger tritt am 15. November im nächsten neuen Münster-Tatort mit dem Titel „Narrentanz“ erstmals als neue Staatsanwältin Nicole König auf. (Foto: Elena Zaucke)
Lou Strenger tritt am 15. November im nächsten neuen Münster-Tatort mit dem Titel „Narrentanz“ erstmals als neue Staatsanwältin Nicole König auf. (Foto: Elena Zaucke)

Das können sich die Fans des Münster-Tatorts schon mal vormerken: Am 15. November wird die nächste neue Folge mit dem Titel „Narrentanz“ ausgestrahlt. Darin tritt zum ersten Mal Lou Strenger als neue Staatsanwältin auf. Nachdem sie vom WDR vor dem Drehbeginn vor einem Jahr nur vorsichtig als „Interims-Staatsanwältin“ angekündigt wurde, scheint sie nun doch dauerhaft in das Team um Thiel und Boerne aufgenommen zu sein. Jedenfalls ist sie aktuell beim Dreh für den 51. Münster-Tatort wieder dabei. Wir haben die Gelegenheit genutzt, sie exklusiv für ALLES MÜNSTER zu interviewen.

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Wenn im November der 49. Tatort aus Münster ausgestrahlt wird, sind Sie das erste Mal als Staatsanwältin Nicole König dabei. Wie haben Sie die Dreharbeiten für „Narrentanz“ wahrgenommen: War es ein Dreh wie Sie es auch von anderen TV-Projekten kennen oder gab es etwas Besonderes? Und wie hat das Team Sie aufgenommen?

Noch ist Prof. Boerne (Jan Josef Liefers, l.) skeptisch, was den Tatendrang der jungen Staatsanwältin Nicole König (Lou Strenger) angeht. (Foto: Martin Valentin Menke / WDR / Bavaria Fiction GmbH)

Eine Figur, die ich spiele, weiß ja nicht in was für einem Format sie zum Leben erweckt wird, deshalb ist die Herangehensweise erstmal wie an jeden anderen Dreh geprägt von einer großen Neugier und Freude gewesen. Und trotzdem war diesmal alles ganz anders, weil die großen Fußstapfen natürlich im Hinterkopf mitschwingen und der Tatort Münster im Grunde dem Publikum gehört. Eine derartige Fanbase ist etwas Einzigartiges und irgendwie auch ein Auftrag. Dessen war ich mir zu jeder Zeit bewusst, auch wenn ich versucht habe es zu verdrängen.

Glücklicherweise wurde ich mit so einer herzlichen Offenheit vom Team aufgenommen, dass es sich schnell wie ein Nach-Hause-Kommen und nicht wie ein kalter Neuanfang angefühlt hat. Die Jungs sind so alte Hasen, von denen man sich viel abgucken kann und waren da einfach klasse.

Beim 50. Münster-Tatort mit dem Arbeitstitel „Eine Frage der Zeit“, der im Frühjahr 2027 zu sehen wird, sind Sie nicht dabei und der WDR bezeichnete Ihre Rolle in unserer Anfrage vor einigen Monaten als „Interimsstaatsanwältin“. Wir waren daher erfreut zu erfahren, dass Sie bei den aktuellen Dreharbeiten zur 51. Folge mit dem Arbeitstitel „Edle Spender“ wieder dabei sind – können wir das als Zeichen dafür deuten, dass Ihre Rolle vielleicht eine dauerhafte wird?

Wer die Jubiläumsfolge sieht, wird schnell merken, warum Nicole König da nicht dabei ist. Mehr will ich nicht verraten, aber das ist einfach in jeglicher Hinsicht eine besondere Folge.

Aber so viel kann ich schon mal sagen: Nicole König ist keine Frau für einen Film, die ist gekommen um zu bleiben.

Staatsanwältin Nicole König (Lou Strenger) stellt sich vor. Thiel (Axel Prahl) soll den freiwilligen Sporttest absolvieren. (Foto: Martin Valentin Menke / WDR / Bavaria Fiction GmbH)

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Hatten Sie auch schon Drehtage in Münster? Oder waren Sie privat schon mal hier?

Münster habe ich tatsächlich erst im Zuge der Dreharbeiten für „Narrentanz“ kennen und sofort lieben gelernt.
Bin erstmal vier Stunden bei Regen und Herbstwind um den Aasee herum, habe das Schloss und den Prinzipalmarkt bestaunt, mir kurz gewünscht, ich wäre noch Studentin und hätte ein Fahrrad und bin später in einer der vielen Kirchen Text durchgegangen. Da es am nächsten Morgen früh losging, steht das Kuhviertel bei Nacht noch aus.

Sie haben in Filmen und Serien wie „Höllgrund“ oder „David und Goliath“ schon einige Hauptrollen gespielt – was reizt Sie da noch an so einer eher kleinen Rolle im Münster-Tatort?

Man sagt es gibt keine kleinen Rollen. Finde das Quatsch. Die gibt es.

Bei Nicole König hat mich die Figurenanlage aber interessiert. Und Boerne und Thiel, den Fernsehhelden meines elterlichen Wohnzimmers, Paroli zu bieten, konnte und wollte ich nicht ausschlagen.

In einem TV-Interview haben Sie mal gesagt, dass Sie gerne mit anderen zusammen schauspielern. Dass Sie sich nicht vorher lange überlegen, was Sie machen, sondern die Mitspieler auf sich zukommen lassen und dann reagieren. Werden Sie beim Tatort auch diesen Spielraum zum Improvisieren haben oder hatten Sie den vielleicht sogar schon?

Ich glaube die Zuschauer erahnen nicht, wie viel Gedanken und Vorbereitung in so einen Tatort einfließen und das teils um einzelne Wörter gerungen wird. Nur weil der Münster Tatort komödiantische Elemente bedient, wird leichtfertig gedacht, das würde alles so aus dem Ärmel geschüttelt werden. Komödie ist aber viel schwieriger als Drama. Das Drama liegt immer darunter und oben drauf braucht es Technik, Timing und jede Menge Genauigkeit.

Es gibt klare Prinzipien und Rollengefüge, die man aber natürlich je nach Regie und Kollege immer mal wieder verlassen kann. Und grundsätzlich handelt es sich beim Stammteam in Münster überwiegend um echte Spielernaturen, da wird man angenehm auf Zack gehalten.

Staatsanwältin Nicole König (Lou Strenger) beauftragt Prof. Boerne (Jan Josef Liefers, r.) zu seinem Missfallen mit der Untersuchung der sichergestellten Bonbons - Silke Haller (ChrisTine Urspruch, M.) mag das resolute Auftreten der jungen Frau. (Foto: Martin Valentin Menke / WDR / Bavaria Fiction GmbH)
Staatsanwältin Nicole König (Lou Strenger) beauftragt Prof. Boerne (Jan Josef Liefers, r.) zu seinem Missfallen mit der Untersuchung der sichergestellten Bonbons – Silke Haller (ChrisTine Urspruch, M.) mag das resolute Auftreten der jungen Frau. (Foto: Martin Valentin Menke / WDR / Bavaria Fiction GmbH)

Vermutlich werden Sie nach den Ausstrahlungen von vielen mit Mechthild Großmann verglichen, weil sie mit der Rolle als Staatsanwältin als Nachfolgerin wahrgenommen werden. Wie werden Sie sich von Mechthild Großmann bzw. die von Ihnen dargestellte Figur Nicole König sich von Wilhelmine Klemm absetzen?

Man hat mich schon mehrfach gefragt, ob ich gecastet wurde, weil ich die gleichen Haare hätte wie meine Vorgängerin. Deshalb bleiben meine, in Absprache mit der langjährigen tollen Maskenbildnerin, erstmal zu.

Im Ernst, natürlich wird verglichen werden und selbstverständlich sucht man erstmal nach Kontrasten. Aber ich finde, uns ist mit Nicole König eine ganz eigene Klasse für sich gelungen. Ich hoffe, dass man sich irgendwann nicht mehr fragt, wie sich die beiden Staatsanwältinnen unterscheiden, sondern sie einfach auf den frischen Wind einlässt, der ab jetzt weht. Der ist auf jeden Fall nicht weniger streng, so viel darf ich schon mal sagen und Thiel und Börne dürfen sich weiterhin warm anziehen.

Vielen Dank für das Interview.

Der „Tatort – Narrentanz“ wird am 15. November 2026 ab 20:15 Uhr linear auf Das Erste ausgestrahlt. Er wird schon ab 13. November 2026 für ein Jahr in der ARD Mediathek zu sehen sein.
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