„Weiterhin äußerst vorsichtig sein“ Corona-Inzidenzen in Münster unter 50 / Oberbürgermeister Lewe warnt vor Leichtsinn

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Die harten Regeln des Lockdowns bringen Münster die niedrigsten Inzidenz-Werte in ganz NRW. (Foto: Thomas Hölscher)
Die harten Regeln des Lockdowns bringen Münster die niedrigsten Inzidenz-Werte in ganz NRW. (Foto: Thomas Hölscher)

Die aktuellen Inzidenzwerte in Münster sind die niedrigsten in ganz NRW, ein Zeichen dafür, dass sich die Münsteranerinnen und Münsteraner an die geltenden Regeln halten. Von einer Entwarnung will die Stadtverwaltung allerdings noch nicht sprechen.

Den dritten Tag in Folge liegt die 7-​Tage-Inzidenz in Münster unter der Grenze von 50, am Freitag vermeldete die Bezirksregierung Münster einen Wert von 39,3. „Die allermeisten Münsteraner halten sich an die harten Regeln des Lockdowns – sie sind es, die die gute Entwicklung verantworten“, kommentiert Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer auf Anfrage von unserer Redaktion die Entwicklung und dankt für das bisherige Durchhalten und das solidarische Handeln. Jetzt müsse sich die gute Situation festigen. „Insofern wäre es sicher ein Fehler, kurzfristig die bestehenden Kontaktbeschränkungen aufzuheben. Aber die Chance auf ein Stück mehr Normalität ist in Sichtweite.“

Auch Oberbürgermeister Markus Lewe mahnt zur Vorsicht: „Der Wert ist erfreulich, kann sich aber jederzeit wieder verschlechtern. Wir müssen weiterhin äußerst vorsichtig sein.“ Gleichzeitig zeigt sich Lewe aber zuversichtlich. „Ich glaube, dass wir auch mit den Impfungen zusammen eine gute Chance haben, auch bald wieder eine gewisse, zunehmende Normalität zu haben“, sagte er im ARD Morgenmagazin und sprach gleichzeitig eine Warnung aus. Wenn man jetzt zu zügig so tue, als sei alles in Ordnung, dann könne das sehr schnell umkippen. „Die größten Feinde, die wir in der Pandemie haben, sind Mutation und Leichtsinn“, so Lewe weiter. Lockerungen im Alleingang werde es in Münster nicht geben.

Neue Coronaschutzverordnung ab Montag

Um die Infektionszahlen weiter abzusenken und die Verbreitung des Corona-Virus und seiner Mutationen einzudämmen, setzt die Landesregierung die am Dienstag von Bund und Ländern getroffenen Beschlüsse um. In NRW gilt ab Montag die neue Coronaschutzverordnung, die darin enthaltenen bestehenden Regelungen werden bis vorerst Mitte Februar verlängert. So sind private Zusammenkünfte im öffentlichen Raum weiterhin nur im eigenen Haushalt und mit maximal einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person gestattet. Generell sind Kontakte unverändert auf das absolut notwendige Minimum zu beschränken.

In öffentlichen Verkehrsmitteln, in Geschäften und Arztpraxen gilt (unabhängig von der Einhaltung eines Mindestabstandes) eine Pflicht zum Tragen medizinischer Masken, hier sind sogenannte OP-Masken oder FFP2-Masken bzw. der Klasse KN95/N95 gemeint. Überall dort, wo es möglich ist und die Tätigkeiten es zulassen, muss Beschäftigten das Arbeiten im Homeoffice angeboten werden. Dort, wo Arbeiten in Präsenz weiter erforderlich ist und kein ausreichender Abstand eingehalten werden kann, sind medizinische Masken künftig Pflicht – diese Masken sollen die Unternehmen den Beschäftigten zur Verfügung zu stellen.

Auch bei Gottesdiensten in Kirchen, Synagogen und Moscheen und anderen Zusammenkünften zur Religionsausübung sind statt Alltagsmasken medizinische Masken zu tragen. Zudem müssen Religionsgemeinschaften, die keine den Regelungen der Coronaschutzverordnung entsprechenden Schutzkonzepte vorgelegt haben, ihre Zusammenkünfte bei mehr als zehn Teilnehmern beim zuständigen Ordnungsamt vorab anzeigen.

Aktuelle Zahlen

Seit Anfang der Woche sind in Münster 13 weitere Personen im Alter zwischen 79 und 97Jahren im Zusammenhang mit dem Corona-Virus verstorben. Damit erhöht sich die Zahl der seit Ende März an oder mit dem Virus Verstorbenen auf 88. Derzeit befinden sich nach Angaben des Presseamtes 74 Covid-Patienten in den Krankenhäusern, davon 18 auf Intensivstation, 8 von ihnen werden beatmet, diese Zahlen sind leicht rückläufig. 307 Personen befinden sich aktuell als Kontaktpersonen der Kategorie 1 in Quarantäne.

Mehr zum Thema: www.muenster.de/corona

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