Stadt bereitet Groß-Evakuierung vor Kampfmittelexperten vermuten sechs Blindgänger in St. Mauritz

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Im Stadtteil Mauritz werden sechs Blindgänger vermutet, die in einer groß angelegten Aktion untersucht und wenn nötig entschärft werden müssen. (Archivbild: Thomas Hölscher)
Im Stadtteil Mauritz werden sechs Blindgänger vermutet, die in einer groß angelegten Aktion untersucht und wenn nötig entschärft werden müssen. (Archivbild: Thomas Hölscher)

Mindestens 14.000 Münsteraner werden wohl im September in Mauritz und angrenzenden Straßenzügen für einen Tag ihre Wohnungen verlassen müssen. In aufwändigen Recherchen haben Kampfmittelexperten sechs Verdachtspunkte identifiziert, die in einer konzertierten Aktion freigelegt und überprüft werden müssen. Eine solch große Aktion gab es in der Form in Münster noch nie, von der Evakuierung werden auch Altenheime und ein Krankenhaus betroffen sein.

Wie die Stadt Münster am Mittag mitteilte, muss zumindest in Teilen das Franziskus-Hospital geräumt werden, ebenso wie das Klarastift, das Haus Maria Trost und das Mutterhaus der Franziskanerinnen. Schon jetzt hat die Stadt Münster einen Krisenstab unter der Leitung von Stadtrat Wolfgang Heuer einberufen, das Vorhaben ist sehr komplex. „Das Ausmaß der notwendigen Evakuierung und der weiteren Sicherheitsvorkehrungen erfordert außergewöhnlich viele vorbereitende Schritte und Maßnahmen, die im Krisenstab abgestimmt und festgelegt werden“, so Heuer. „In den Stab eingebunden sind neben der Feuerwehr zahlreiche weitere städtische Ämter und auch das Franziskus-Hospital.“ Die Freilegung der sechs Blindgänger an drei Verdachtspunkten und damit verbundene Entschärfungsmaßnahmen wird mit vorübergehenden Sprengschutzaufbauten und einer großräumigen Verkehrsplanung vorbereitet.

Die Lage der Kampfmittel-Verdachtspunkte in Münster-Mauritz. (Grafik: Stadt Münster)
Die Lage der Kampfmittel-Verdachtspunkte in Münster-Mauritz. (Grafik: Stadt Münster)

Für eine große Personenanzahl wird es Betreuungsstellen geben, in denen sich die Menschen aufhalten können, die im Evakuierungsradius wohnen. Patienten und Bewohner von Pflegeeinrichtungen sollen frühzeitig verlegt werden. „Hinzu kommt das Risiko, dass die geplante Großevakuierung durch eine mögliche Verschärfung der Corona-Lage erschwert werden kann“, erklärte Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer. Dass die Evakuierungsmaßnahmen zusätzlich von neuen Infektionsschutzmaßnahmen begleitet werden, ist heute zwar nicht absehbar. „Gegenwärtig können wir das aber auch nicht ausschließen“, so Heuer. Im schlimmsten Fall müsse die Kampfmittelmaßnahme verschoben werden. Die Vorbereitungen für das Mammut-Vorhaben sind bereits angelaufen, am Mittag kam der Krisenstab zu einem ersten Treffen zusammen. Nach derzeitigem Planungsstand könnte die großangelegte Aktion an einem Sonntag im September erfolgen.

Die Experten vermuten an der Warendorfer Straße, der Stiftsstraße und der Manfred-von-Richthofen-Straße insgesamt sechs Weltkriegsbomben der 250- und 500-Kilogramm-Klasse. Für diese Größenordnung ist eine Evakuierung im Umkreise von 500 Metern vorgeschrieben. Entsprechend groß wird das zu evakuierende Gebiet, wenn gleich sechs dieser vermuteten Fundorte auf einmal freigelegt werden sollen. Da die Verdachtspunkte räumlich nah beieinander liegen, wurde entschieden, alle sechs Punkte möglichst am selben Tag abzuklären. Laut Wolfgang Heuer wird der Schwerpunkt der Evakuierungsmaßnahmen der westliche Teil von Mauritz sein. Wir halten euch auf dem Laufenden.

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