Bistum stellt Aussage zur Antoniuskirche klar Neue Nutzungspläne

Die geplante Übergabe der Antoniuskirche betrifft auch mehrere Gemeinden anderer Sprache und Riten. (Foto: Bischöfliche Pressestelle / Ann-Christin Ladermann)
Die geplante Übergabe der Antoniuskirche betrifft auch mehrere Gemeinden anderer Sprache und Riten. (Foto: Bischöfliche Pressestelle / Ann-Christin Ladermann)

Die St.-Antonius-Kirche soll künftig von der koptisch-orthodoxen Gemeinde genutzt werden. Nach offenbar missverständlichen Formulierungen in der ersten Mitteilung stellt das Bistum nun klar, welche Rolle mehrere Gemeinden anderer Sprache und Riten bislang dort spielen.

Die Kirchengemeinde St. Joseph Münster-Süd plant, das denkmalgeschützte Gebäude an der Weseler Straße zu übergeben. Die offizielle Übergabe ist nach Angaben des Bistums Münster für den 1. Oktober 2026 vorgesehen, die Verträge sollen bis zum Frühsommer unterzeichnet werden (wir berichteten).

Kirche soll weiter Gotteshaus bleiben

Für die katholische Pfarrei steht im Mittelpunkt, dass die Kirche auch künftig als Gotteshaus genutzt wird. „Wir freuen uns, dass das denkmalgeschützte Gebäude auch zukünftig religiös lebendig genutzt wird“, erklärte Markus Wagner, ehrenamtliches Mitglied des Leitungsteams der Pfarrei, in der ursprünglichen Mitteilung des Bistums. Für alle Beteiligten sei das eine gute Lösung.

Die Pfarrei nutzt die St.-Antonius-Kirche nach Angaben des Bistums seit Jahren nicht mehr in vollem Umfang für eigene pastorale Zwecke. Regelmäßig genutzt wird vor allem die Krypta. Sie soll deshalb für fünf Jahre zurückgemietet werden. Für die Gemeindemitglieder vor Ort werde sich im seelsorgerischen Alltag wenig verändern, erklärte Verwaltungsleiter Ulrich Fiege.

Neue Räume für koptisch-orthodoxe Gemeinde

Für die koptisch-orthodoxe Gemeinde bietet die Kirche eine neue Perspektive. Die wachsende Gemeinde sei schon länger auf der Suche nach geeigneten Räumen. Bislang nutzt sie die St.-Theresia-Kirche, dort fehlen nach Angaben des Bistums jedoch Nebenräume für das Gemeindeleben. An St. Antonius stehen neben dem Kirchenraum unter anderem ein Pfarrsaal, Räume der früheren Bücherei und weitere Gruppenräume zur Verfügung.

Bistum präzisiert frühere Formulierung

Nach der ersten Mitteilung hat das Bistum eine Formulierung zur bisherigen Nutzung der Kirche präzisiert. Darin hieß es, die St.-Antonius-Kirche werde, mit Ausnahme der Krypta, seitens der Pfarrei bereits seit 2008 nicht mehr genutzt. Dieser Satz könne missverständlich verstanden werden, teilt das Bistum nun mit.

Gemeint gewesen sei nicht, dass Gemeinden anderer Sprache und Riten dort keine Rolle gespielt hätten. Vielmehr handele es sich um eigenständige Gemeinden im Bistum Münster, die seit vielen Jahren ein lebendiges Gemeindeleben in der St.-Antonius-Kirche gestalten. Betroffen sind die Polnische, Spanischsprachige, Tamilische und Eritreische Gemeinde.

Suche nach neuen Orten geht weiter

Weihbischof em. Dieter Geerlings, bischöflicher Beauftragter für diese Gemeinden, erklärte, die geplante Aufgabe der Kirche sei für viele Gläubige schmerzlich. Für Gemeinden, die dort über Jahrzehnte Gemeindeleben aufgebaut hätten, sei die Veränderung ein spürbarer Einschnitt. Zugleich hätten sie Verständnis für die Gründe der Entscheidung.

Das Bistum und die Pfarrei St. Joseph Münster-Süd suchen nach eigenen Angaben weiter nach neuen Räumen für die betroffenen Gemeinden. Wichtig sei, dass verlässliche Orte für Gottesdienst und Gemeindeleben gefunden würden. Erst wenn tragfähige Lösungen vorlägen, könne die endgültige Übergabe gut gestaltet werden.

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