
Bei seiner Amtseinführung im St.-Paulus-Dom ist der neue Bischof von Münster, Dr. Heiner Wilmer, von Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Kirche, Stadtgesellschaft und Laiengremien begrüßt worden. In den Grußworten wurde Wilmer unter anderem als Brückenbauer beschrieben, der in einer Zeit gesellschaftlicher und kirchlicher Umbrüche Orientierung geben könne.
Ministerpräsident Hendrik Wüst sagte für das Land Nordrhein-Westfalen, Wilmers Amtsantritt falle in eine schwierige Zeit. Gesellschaft und Kirchen befänden sich in einem tiefgreifenden Wandel. Gerade deshalb könne die christliche Botschaft ein wichtiger Orientierungspunkt sein. „Wo Kirche den Menschen nahe ist, kann sie Orientierung geben, Hoffnung stiften und Zusammenhalt schenken“, sagte Wüst. Er hob die Bedeutung der Kirchen für Kitas, Schulen, Krankenhäuser, Senioreneinrichtungen und viele weitere Bereiche hervor. Lebendige Kirchen seien tragende Säulen einer solidarischen Gesellschaft. Auch die Demokratie brauche starke Kirchen. Wüst rief dazu auf, gemeinsam Mutmacher zu sein „und den Angstmachern an den politischen Rändern entgegenzustehen“.

DBK: Kirche als Stimme in der Gesellschaft
Für die Deutsche Bischofskonferenz sprach der Fuldaer Bischof Michael Gerber, stellvertretender Vorsitzender der DBK. Er würdigte Wilmer als Mitbruder, „der aus einer geistlichen Tiefe schöpft, der theologisch fundiert und erfahrungsbezogen authentisch argumentiert“. Gerber erinnerte an die Pilgerwege, die Wilmer in den Tagen vor seiner Amtseinführung durch verschiedene Regionen des Bistums geführt hatten. Wilmer werde nun jeden Tag neu als Pilger in seinem Bistum aufbrechen. Zugleich verwies Gerber auf die doppelte Aufgabe als Bischof von Münster und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Das seien zwei große Aufgabenpakete, die nun in Wilmers „Pilgerrucksack“ lägen. Die bischöflichen Mitbrüder und die Mitarbeitenden im Sekretariat der Bischofskonferenz würden dieses Gepäck mittragen.
OB Fuchs: „Vertrauen schaffen“
Oberbürgermeister Tilman Fuchs überbrachte die Glückwünsche der Stadt Münster. Bistum und Stadt verbinde nicht nur eine lange gemeinsame Geschichte, sondern auch die Verantwortung für die Menschen, die hier lebten. Beide begegneten denselben Hoffnungen, Sorgen und Fragen nach Orientierung in einer Zeit schnellen Wandels. Fuchs sagte, Frieden und Demokratie seien in Gefahr, gesellschaftliche Debatten würden härter und unversöhnlicher geführt. „Umso wichtiger sind Persönlichkeiten und Orte, die verbinden statt trennen, die zuhören statt ausgrenzen, die Vertrauen schaffen, statt Misstrauen zu säen“, sagte Fuchs. Mit Wilmer gewinne Münster einen solchen Menschen. Der neue Bischof habe in seinem bisherigen Wirken gezeigt, wie wichtig ihm Dialog sei.

Auch das Diözesankomitee im Bistum Münster begrüßte Wilmer. Brigitte Lehmann und Ulrich Vollmer überreichten ihm im Namen der organisierten Laiinnen und Laien einen Regenschirm in Regenbogenfarben. Der Regenbogen sei das „Zeichen des Bundes zwischen Gott und uns Menschen“, sagte Lehmann. Vollmer ergänzte: „So bunt und vielfältig wie ein Regenbogen sind auch die Menschen in unserem Bistum.“ Die Verbände, Organisationen, Initiativen, Pfarreien und Pastoralen Räume gäben der Kirche von Münster ein Gesicht. Zugleich machten beide deutlich, dass viele Gläubige bereit seien, sich gemeinsam und auf Augenhöhe in die Arbeit vor Ort und in die Bistumsgremien einzubringen.
Bischof Wilmer: Dank an Vorgänger und Wegbegleiter
Wilmer selbst dankte für die Glückwünsche, die Grußworte und den Gottesdienst. Er wandte sich nicht nur an die Besucherinnen und Besucher im Dom, sondern auch an die Menschen auf dem Domplatz und an jene, die die Feier per Live-Übertragung verfolgten. „Kirche ist schön, sie ist attraktiv, gerade, wenn Menschen zusammenkommen, miteinander glauben, miteinander singen, miteinander hoffen“, sagte der neue Bischof. Diese Erfahrung schenke Gott.
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Besonders dankte Wilmer seinem Vorgänger, dem emeritierten Bischof Felix Genn. Dieser habe das Bistum 16 Jahre lang „mit Umsicht, mit Glauben, mit Menschenfreundlichkeit und mit einer Bescheidenheit, die nie laut sein musste“ geleitet. Genn habe tiefe Spuren hinterlassen und große Fußstapfen. Wilmer dankte außerdem dem bisherigen Diözesanadministrator Antonius Hamers sowie allen, die das Bistum während der Sedisvakanz geführt und die Amtseinführung vorbereitet hatten.
Auch Hamers selbst blickte bewegt auf die Amtseinführung. Er sprach von einem „großartigen“ und festlichen Tag, zugleich von einem Tag großer Dankbarkeit und Begegnung. Dem neuen Bischof wünschte er „Gottes reichen Segen“. Besonders berührt habe ihn die Feier der Eucharistie. Darauf komme es an, sagte Hamers: gemeinsam Christus in der Mitte zu feiern. Wilmer stehe nun in dem Hirtendienst, den Christus seiner Kirche gegeben habe.
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