Widerspruch gegen LEG-Kündigung Initiativen "Nachbarschaftstreff Berg Fidel e.V." und "Berg Fidel Solidarisch" wollen weitermachen

Bei einer Pressekonferenz kritisieren die Gruppen die LEG deutlich. Gleichzeitig kündigen sie an, die Angebote vorerst fortzusetzen. (Foto: Berg Fidel Solidarisch)
Bei einer Pressekonferenz kritisieren die Gruppen die LEG deutlich. Gleichzeitig kündigen sie an, die Angebote vorerst fortzusetzen. (Foto: Berg Fidel Solidarisch)

Der Nachbarschaftstreff Berg Fidel e.V. und die Initiative Berg Fidel Solidarisch wollen trotz der Kündigung ihrer Räume am Rincklakeweg weiter vor Ort bleiben. Bei einer Pressekonferenz am Dienstag (31. März) teilten beide Gruppen mit, der Trägerverein habe am Morgen Widerspruch gegen die Kündigung eingelegt. Man werde die Räume vorerst weiter nutzen und die Miete weiterhin zahlen.

Frederic Brüggemann vom Nachbarschaftstreff Berg Fidel e.V. begründete den Schritt mit dem Bedarf im Viertel. „Wir werden es nicht hinnehmen, dass die LEG weiteren Leerstand produziert, wo Räume so dringend benötigt werden“, sagte er. Brüggemann verwies zudem auf Veränderungen in der Nahversorgung: „Wo hier im Viertel immer mehr an Basisversorgung wegfällt, zuletzt die Hausarztpraxis, die heute ihren letzten Tag hat.“ Auch soziale Angebote seien betroffen. „Wir werden es nicht akzeptieren, dass die Tafel nächsten Samstag keinen Raum mehr hat, um die Essensausgabe zu organisieren.“

Scharfe Kritik geäußert

Berg Fidel Solidarisch übte ebenfalls scharfe Kritik an dem Immobilienunternehmen und stellte den Konflikt in einen größeren Zusammenhang. „Was hier in Berg Fidel passiert ist Teil von einem bundesweiten Problem: große Immobilienkonzerne machen Rekordgewinne, während viele Menschen sich die Miete kaum noch leisten können“, erklärte Leo Chukwugozie. Weiter sagte er: „Die LEG versucht mit ihrer Monopolstellung an Gewerberäumen in Berg Fidel, Kritik an den Missständen in ihren Wohnungen zu unterbinden. Das untergräbt grundlegende demokratische Prinzipien und sollte uns alle wachrütteln.“

Initiativen voller Zuversicht

Chukwugozie betonte zugleich, man blicke „zuversichtlich“ auf die kommenden Monate. „Wir haben viel Unterstützung erfahren in den letzten Wochen und wissen, dass wir nicht alleine sind“, sagte er. „Und wenn wir uns nicht spalten lassen, wenn wir uns zusammen tun, dann sind wir unschlagbar.“

Die Kündigung der Räume beschäftigt den Stadtteil seit Monaten und wurde zuletzt auch bei einer Mahnwache im Viertel aufgegriffen. Dort schilderten Mieterinnen und Mieter in Redebeiträgen konkrete Erfahrungen aus ihrem Alltag, außerdem machten Anwohnende ihre Unterstützung sichtbar, indem sie Banner und Plakate aus Fenstern und von Balkonen hängten. Bei der Pressekonferenz am Dienstag verwiesen die Initiativen erneut darauf, dass die Räume aus ihrer Sicht für Angebote im Viertel benötigt würden.

Angebote laufen weiter

Nach Angaben der Gruppen sollen die bisherigen Angebote am Rincklakeweg vorerst weiterlaufen, darunter solidarische Mietberatungen sowie offene Treffen bei Kaffee und Kuchen zum Austausch. Wie der Nachbarschaftstreff Berg Fidel e.V. und Berg Fidel Solidarisch in einer Medienmitteilung erklären, verstehen beide den Ort als Anlaufpunkt „von und für die Nachbarschaft“.

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