Baustart für Münsters ersten Agri-Solarpark Stadtwerke Münster kombinieren Stromproduktion und Landwirtschaft in Amelsbüren

Baustart für den Agri-Solarpark mit allen Beteiligten (v.l.): Lennard Vos (EcotecWorld), Julius Mette und Maximilian Wolf (Stadtwerke Münster) und Maik Kleinspohn (FFB). (Foto: Stadtwerke Münster)
Baustart für den Agri-Solarpark mit allen Beteiligten (v.l.): Lennard Vos (EcotecWorld), Julius Mette und Maximilian Wolf (Stadtwerke Münster) und Maik Kleinspohn (FFB). (Foto: Stadtwerke Münster)

In Münster-Amelsbüren haben die Stadtwerke Münster in dieser Woche mit den Arbeiten für den ersten Agri-Solarpark der Stadt begonnen. Auf einer Fläche von insgesamt 13,2 Hektar entsteht dort eine Photovoltaikanlage, die künftig umweltfreundlichen Strom für die Fraunhofer-Einrichtung Forschungsfertigung Batteriezelle (FFB) liefern soll. Damit setzen die Stadtwerke nach eigenen Angaben ein Zeichen für die regionale Energiewende, wie es in einer entsprechenden Mitteilung heißt.

Die neue Anlage entsteht im Bereich der Straße Hartmannsbrook und wird von dem Photovoltaik-Unternehmen EcotecWorld errichtet. Mit einer Leistung von knapp 4,9 Megawatt soll sie pro Jahr rund 5,75 Gigawattstunden Ökostrom erzeugen, der über einen Direktanschluss an die Fraunhofer FFB geliefert wird. Die bodennah aufgeständerte Anlage ist als sogenannte 2P-Tracking-Photovoltaikanlage konzipiert, deren Module sich automatisch zur Sonne ausrichten. Nur etwa 13 Prozent der Fläche werden überbaut, der Rest bleibt für den Anbau von Getreide, Raps und Ackerbohnen nutzbar.

Strom zu stabilen Preisen

„Unsere Kooperation mit der Fraunhofer FFB und der Landwirtschaft ist ein gutes Beispiel dafür, wie Münster durch den Ausbau der erneuerbaren Energien gewinnt“, erklärte Stadtwerke-Geschäftsführer Sebastian Jurczyk laut der Mitteilung. Unternehmen könnten nachhaltigen Strom zu stabilen Preisen beziehen, die Landwirtschaft profitiere von einer effizienteren Flächennutzung, und die Bürgerinnen und Bürger von weniger Emissionen und neuen Arbeitsplätzen.

Besonders energieintensiv

Ideengeber des Projekts ist Landwirt Heinz-Georg Hartmann, auf dessen Flächen der Agri-Solarpark entsteht. Betriebsleiter Julian Hartmann betonte, dass Agri-Photovoltaik ermögliche, Lebensmittel zu erzeugen und gleichzeitig Verantwortung für die Energiewende zu übernehmen. Die Module könnten zudem im Sommer die Pflanzen vor zu starker Sonneneinstrahlung schützen und das Mikroklima am Boden verbessern. Auch für die Fraunhofer-Gesellschaft hat die Kooperation mit den Stadtwerken Modellcharakter. Maik Kleinspohn von der Fraunhofer FFB erklärte, die Batteriezellfertigung sei besonders energieintensiv. Man setze daher auf ein ressourcenschonendes Energiekonzept mit Eigenstrom, Wärmepumpe und energetischer Optimierung. Der Bezug von regionalem Grünstrom aus der neuen Anlage sei ein weiterer Schritt hin zu einer nachhaltigen Energieversorgung.

Bürgerbeteiligung geplant

Ab dem Winter planen die Stadtwerke Münster zudem eine Bürgerbeteiligung. Über Nachrangdarlehen sollen sich Anwohnerinnen und Anwohner aus Amelsbüren sowie Ökostromkundinnen und -kunden der Stadtwerke mit Beträgen zwischen 500 und 25.000 Euro beteiligen können. Weitere Informationen wollen die Stadtwerke in den kommenden Wochen veröffentlichen.

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