Bauprojekt der FH Münster auf dem Domplatz Pavillon als „temporäres Reallabor für Kreislaufwirtschaft“ / „kreisl Kiste“ soll bis zum Spätsommer Raum für Veranstaltungen, Diskussionen und Begegnungen sein

Der Entwurf der kreisl Kiste stammt von den Architekturstudierenden Jakob Eisermann und Noah van Loon: Ein Pavillon mit Schmetterlingsdach und Faltwänden. (Bild: Jakob Eisermann und Noah van Loon)
Der Entwurf der kreisl Kiste stammt von den Architekturstudierenden Jakob Eisermann und Noah van Loon: Ein Pavillon mit Schmetterlingsdach und Faltwänden. (Bild: Jakob Eisermann und Noah van Loon)

Auf dem Domplatz in Münster soll im Frühjahr 2026 ein ungewöhnlicher Bau entstehen: Ein Pavillon, der fast vollständig aus wiederverwendeten Baumaterialien besteht. Der Bauantrag für das Projekt mit dem Namen „kreisl Kiste“ ist inzwischen genehmigt. Geplant ist, den Pavillon bis zum Spätsommer als temporären Ausstellungs- und Veranstaltungsort zu nutzen.

Initiiert wurde das Projekt vom Forschungsvorhaben „kreisl“ der FH Münster. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich Kreislaufwirtschaft konkret im Bauwesen umsetzen lässt. Anders als bei klassischen Bauprojekten werden die verfügbaren Materialien nicht nachträglich beschafft, sondern bestimmen von Anfang an den Entwurf. Mit „Design follows Availability“ beschreibt Prof. Dr. Anja Rosen von der Münster School of Architecture (MSA) diesen Ansatz. „Das ist wirklich herausfordernd. Aber genau dafür ist das Projekt da: Wir möchten die Hürden im bestehenden System aufzeigen und anpacken. Auch Rückschläge sind ausdrücklich Teil des Prozesses, damit wir wissen, wo die Knackpunkte liegen – ein echtes Reallabor.“

Der Pavillon soll nordöstlich des Domplatzes in Richtung Domgasse errichtet werden. Nach der Nutzung in Münster ist vorgesehen, das Gebäude zu demontieren und an anderen Orten erneut aufzubauen.

Lehre, Forschung und Öffentlichkeit

Entwurf und Bau erfolgen in enger Zusammenarbeit mehrerer Fachbereiche der FH Münster. Studierende der Münster School of Architecture entwickeln unter anderem Fassadenelemente aus wiederverwerteten Materialien, etwa aus Folien aus alten LCD-Bildschirmen. Weitere Bauteile stammen aus bereits abgerissenen Gebäuden, darunter Fenster aus einer ehemaligen Schule in Sprakel.

Architekturstudierende haben den zirkulären Pavillon und die besonderen Fassaden für die kreisl Kiste aus Wertstoffen entworfen – hier im Bild vor einem Mock-up mit Prof. Dr. Anja Rosen (Mitte, r.). (Foto: FH Münster)

„Wir freuen uns sehr, dass wir nach langer Planungsphase im Frühjahr tatsächlich mit dem Bau starten können“, sagt kreisl-Projektleiterin Laura Krieger. „Für die Betriebszeit suchen wir Menschen, die Formate wie Workshops in der kreisl Kiste anbieten möchten. Wir sind gespannt auf jede Idee; diese bitte an kreisl-veranstaltungen@fh-muenster.de. Bei unfertigen Ideen helfen wir gerne beim Ausfeilen.“

Für alle Interessierten veranstaltet das kreisl-Team am 9. Februar von 15:00 bis 16:30 Uhr eine digitale Infoveranstaltung. Es wird dafür um Anmeldung unter fh.ms/Info-kreisl-Kiste gebeten.

Reallabor für Kreislaufwirtschaft

Während der Laufzeit soll die „kreisl Kiste“ Raum für Veranstaltungen, Diskussionen und Begegnungen bieten. Gleichzeitig dient sie als Reallabor, um rechtliche, technische und praktische Hürden zirkulären Bauens sichtbar zu machen. Auch Rückschläge gehören dabei zum Konzept.

Die Umsetzung wird vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert. Ergänzend läuft noch bis Ende März eine Crowdfunding-Kampagne, um die Fertigung der Fassaden zu ermöglichen.

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