B-Side-Festival feierte Jubiläum Unter dem Motto "Kultur. Hafen. Kante!" feierte das B-Side-Festival sein 10-jähriges im Kulturzentrum am Hafen und im Hansaviertel

Nur ein Teil der Konzerte beim B-Side-Festival 2026 fanden an der Open-Air-Bühne an der Rampe statt. (Foto: Tessa-Viola Kloep)
Nur ein Teil der Konzerte beim B-Side-Festival 2026 fanden an der Open-Air-Bühne an der Rampe statt. (Foto: Tessa-Viola Kloep)

Das B-Side-Festival feierte am Freitag und Samstag unter dem Motto „Kultur. Hafen. Kante!“ sein 10-jähriges. Wir waren am Samstag dabei und haben euch ein paar Eindrücke davon mitgebracht. Das Programm war wieder überbordend, vieles fand mehr oder weniger gleichzeitig an unterschiedlichen Orten statt, so dass wir nicht überall sein konnten. Deswegen werfen wir hier nur ein paar Schlaglichter.

Während am Freitag alles im Gebäude der B-Side an der südlichen Hafenkante stattfand, gab es am Samstag wie in den ersten Jahren dieses Festivals eine Reihe von Veranstaltungen am Hansaring: Von der Comic-Ausstellung „RICH – In guter Gesellschaft“ von Miriam Klauke im Tattoo- und Piercingstudio „Tättowiersucht“ über Rock- und Punk-Konzerte in der schon nachmittags ziemlich vollen Kneipe „Plan B“ bis zu den verschiedenen Spielarten elektronischer Musik im „Babel“.

Sehr unterschiedlich waren die Programmpunkte in der „Bohème Boulette“, von Konzerten über Lesungen von Kurzgeschichten bis zum „Kulturproleten Pop-Quiz“. Dazu gab es dort auch noch eine Ausstellung im Clubraum, der völlig verdunkelt war. Wer sich dort die „Collagen von dem, was war und von dem, was kommen könnte“ ansehen wollte, bekam beim Hineingehen eine kleine Taschenlampe. Uns gefiel diese Idee der ironischen Überhöhung, die durch die eingespielte klassische Musik noch gesteigert wurde.

Kein Festivalgefühl auf dem Hansaring

Zu den Veranstaltungen im Hansaviertel zählten auch ein Vinyl-Workshop und daran anschließende DJ-Sets mit House und Techno im „Kabinett“ auf der Bremer Straße und Live-Konzerte auf dem Hansa-Floß, das diesmal an der A-Seite des Hafens vor „Power Sports“ festgemacht hatte. Da die Auftrittsorte im Viertel weiter auseinander lagen, als wir es bei früheren Ausgaben des B-Side-Festivals erleben durften, verbreitete sich auf dem Hansaring nicht mehr das besondere Festivalgefühl.

Aber dafür ist ja nun seit zwei Jahren die B-Side da, das Kulturzentrums am Hafen, um dessen Gründung, Umbau und Finanzierung es anfangs mit diesem jährlichen Festival ging. Jetzt geht es um den Unterhalt, um den laufenden Betrieb, für das Spenden gesammelt wurde, zumal man auch hier damit rechnen muss, dass Förderungen zukünftig weniger werden oder sogar wegfallen.

Das berührte die feiernden Gäste allerdings wenig. Die konnten nicht nur ganz unterschiedliche Konzerte genießen, sondern auch durch die verschiedenen Räume schlendern, um Ausstellungen oder Infostände von Vereinen zu betrachten. Es lockten am Nachmittag zudem einige Workshops, wie das Siebdrucken mit „Fairdruckt“ oder das Basteln von Korkmännchen unter dem Titel „B-Side Menschen. Mein kleines Ich aus Kork“.

Trugen die unterschiedlichen Räume in der B-Side bei der Eröffnung 2024 passend zum damaligen Motto „Spielplatz für Kreative“ noch so phantasievolle Namen, wie „Höhle“, „Turnhalle“, „Gemischte Tüte“ oder „Spielwiese“, oder 2025 „Herzstück“, „Aorta“ und „Schrittmacher“, wurden sie diesmal sehr nüchtern als „Bewegungsraum“ oder „Saal“ bezeichnet, nur die Bezeichnung „Wohnzimmer“ für den zentralen Raum mit der Theke hat sich inzwischen wohl auch im Alltag fest etabliert.

Konzerte im Saal und auf der Open-Air-Bühne

Die meisten waren aber sicher wegen der Musik gekommen, auch wenn uns diesmal der Andrang nicht so groß erschien, wie wir es in den Vorjahren erlebt haben. So hätte die Band „Smackbeat“ aus Münster mit ihrem melodischen Skate-Punk sicher ein größeres Publikum verdient. Für ihre augenzwinkernde Zeitreise in die Neunziger Jahre war der Auftritt ab 15 Uhr auf der Open-Air-Bühne wohl etwas zu früh. So richtig voll war es dort erst beim letzten Act, der großartigen Sängerin Naomi mit ihrer Band. Die aus Kongo stammende Osnabrückerin konnte sogar diejenigen überzeugen, die eigentlich nicht so sehr auf deutschsprachigen Pop stehen. Denn sie hatte sowohl berührende als auch mitreißende Songs im Programm und bediente sich dabei ganz unterschiedlicher Genres und Techniken, bis hin zum Rap. Und für eins ihrer Stücke rief sie zum FLINTA-Moshpit auf, was begeistert aufgenommen wurde.

Viel Spaß hatten wir auch bei den Konzerten im Saal, so wie bei dem Duo „Pink & Noir“ aus Bremen. Die beiden Musiker an E-Bass und Saxophon sowie Loop-Station und Synthesizer verknüpfen tanzbare elektronische Musik mit Jazz. Den Abschluss im Saal machte die Indie-Rock-Band Tie-Rex. Die Vier vom Niederrhein nehmen sich offensichtlich nicht zu ernst, sonst hätten sie sicher nicht diesen Namen und das Maskottchen gewählt: Ein aufblasbarer Tyrannosaurus Rex, dem sie eine Krawatte umgebunden hatten, stand präsent vor der Bühne.

Wurde am Freitag im „Wohnzimmer“ noch bis zwei Uhr gefeiert, war dort am Samstag schon gegen halb elf die Party mit den DJs vorbei. Schließlich sollte es dann am Hawerkamp, in und vor der Sputnikhalle weitergehen.

Insgesamt war uns aufgefallen, dass nicht ganz so viele Besucher den Weg zum B-Side-Festival gefunden haben wie in den Vorjahren. Das könnte aber auch an der etwas größeren Zahl von sehr unterschiedlichen Orten liegen. Und es bot den Vorteil, dass nur für recht kurze Zeit der Zugang zur B-Side begrenzt werden musste. Denn aus Gründen des Brandschutzes dürfen nie mehr als 800 Menschen gleichzeitig im Gebäude sein.

Mehr über die B-Side erfahrt ihr unter b-side.ms, mehr über das B-Side-Festival unter festival.b-side.ms.

Weitere Bilder findet ihr in unserer Fotostrecke:

Fotostrecke: B-Side-Festival (19.09.2026)

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