
Die in Münster gegründete Band Alphaville geht gegen die Verwendung ihres Songs „Forever Young“ durch Donald Trump vor. Auslöser ist ein auf Trumps Plattform Truth Social veröffentlichtes KI-Video, das ihn in verschiedenen Lebensphasen zeigt und mit dem Song unterlegt ist.
Auf Instagram reagierte die Band mit einem scharf formulierten Statement. Darin heißt es, man habe erfahren, dass Trump „Forever Young“ in einem seiner Videos verwendet habe. Weiter schreibt Alphaville: „Da wir, die Band Alphaville, Trumps politischen Ansichten in keiner Weise zustimmen und sie sogar weitgehend verabscheuen, werden wir dafür sorgen, dass dieser Beitrag unverzüglich aus dem Internet entfernt wird.“ Zudem untersagt die Band nach eigenen Angaben „jegliche weitere Verwendung von Alphaville-Musik durch die Republikanische Partei und ihren Präsidenten“. Das Statement endet mit den Worten: „Mit freundlichen Grüßen aus dem alten Europa“.
Trump-Clip als Selbstdarstellung?
Trump selbst versah das Video lediglich mit dem Kommentar „Wow!“. Das verstärkt den Eindruck einer reinen Selbstinszenierung. Der Post liefert keine politische Einordnung und kein Argument, sondern stellt die emotionale Wirkung der Bilder in den Vordergrund. Der Clip erscheint damit vor allem als symbolisch aufgeladene Selbstdarstellung.
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Frühere Distanzierungen der Band
Für Alphaville ist es nicht der erste Fall dieser Art. Bereits Ende 2024 hatte sich die Band öffentlich dagegen gewandt, dass Anhänger der AfD „Forever Young“ in ihren Medien verwendeten. Alphaville erklärte damals, man werde alles daran setzen, gegen diese missbräuchliche Nutzung vorzugehen. Anfang 2026 wurde zudem bekannt, dass sich das Management der Band gegen eine Ausstrahlung von Alphaville-Songs im FPÖ-nahen Webradio „Austria First“ ausgesprochen hat.
Kommentarspalte zeigt polarisiertes Bild
In den Instagram-Kommentaren überwiegt die Zustimmung. Viele Nutzerinnen und Nutzer bedanken sich bei der Band, loben ihre Haltung oder fordern rechtliche Schritte gegen die Nutzung des Songs. Zugleich gibt es deutliche Kritik. Einige werfen Alphaville vor, Musik und Politik zu vermischen, andere kündigen an, der Band nicht mehr zu folgen oder ihre Musik nicht mehr zu hören. Wieder andere bezweifeln, dass sich eine Löschung des Videos überhaupt durchsetzen lässt. Auffällig ist zudem die internationale Resonanz. Unter dem Beitrag finden sich Kommentare in mehreren Sprachen. Insgesamt zeigt sich ein klar polarisiertes Bild. Das Statement erfährt viel Zuspruch, löst aber zugleich eine sichtbare Debatte aus.
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