
Fast zwei Jahre lang lebten im Allwetterzoo Münster insgesamt sechs Sibirische Tiger: die Elterntiere Fedor und Raya sowie vier Jungtiere, die im Mai 2024 geboren wurden. Inzwischen sind die Jungtiere nach Angaben des Zoos mindestens so groß wie ihre Mutter und nicht mehr auf deren Versorgung angewiesen. Nachdem Anya und Ambassador bereits Ende 2025 sowie Anfang März 2026 abgegeben wurden, folgte am Donnerstag der Umzug von Friedrich und Hubertus nach Berlin.
Wie der Allwetterzoo Münster in einer Medienmitteilung erklärt, mussten für den Zoo Berlin zwei männliche Tiger ausgewählt werden. „Wir mussten uns bereits vor einigen Wochen für zwei männliche Tiger entscheiden, die die Plätze in Berlin bekommen. Da Friedrich und Hubertus sich am besten verstehen, fiel die Wahl auf die beiden“, sagt Kuratorin Janine Wendels. Welche Tiere letztlich in welche Einrichtungen wechseln, entscheide jedoch der verantwortliche Koordinator des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP), der auch das Zuchtbuch der Sibirischen Tiger führt, so Wendels.
Transport mit Narkose und letzter Untersuchung
Für den Doppeltransport seien die beiden Tiere nacheinander vorbereitet worden. Um sie sicher in die Transportboxen zu bringen, seien die Tiger narkotisiert worden. Das Tierärzte-Team habe die Gelegenheit für letzte Untersuchungen und Blutabnahmen genutzt. Anschließend seien die rund 180 Kilogramm schweren Tiere mit einer Trageplane und der Kraft von zehn Mitarbeitenden in die Boxen gehievt worden, wo sie unter Beobachtung langsam wieder aufgewacht seien.
Mehr Platz für Raya und Fedor
Im Allwetterzoo bleiben damit nur noch die Elterntiere. Tierpflegerin und stellvertretende Bereichsleiterin Marijke Jakatt betont, das Team habe die vier Jungtiere von Beginn an begleitet. „Wir haben die vier Tiger von Beginn an begleitet, deswegen sind wir natürlich traurig, dass sie nun weg sind, aber wir freuen uns auch sehr für Raya und Fedor, dass sie nun wieder die gesamte Anlage für sich haben“, sagt sie.
Dass Raya und Fedor wieder mehr Platz haben, sei auch aus verhaltensbiologischer Sicht sinnvoll. Tiger gelten als Einzelgänger und treffen sich vor allem zur Paarung. „Fedor akzeptiert Raya auch außerhalb ihrer rolligen Phasen in seinem Territorium, aber natürlich gibt es auch zwischen ihnen mal Reibereien“, sagt Jakatt. „Deswegen ist es gut, dass sie nun wieder mehr Platz haben.“ Ob das Tiger-Paar in Münster erneut Nachwuchs bekommen soll, sei offen. Eine mögliche Zuchtempfehlung liege beim EEP-Koordinator. Derzeit gebe es für Raya und Fedor keine Zuchtempfehlung.
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