
Die Fachstelle für Sexualität und Gesundheit feiert ihr 40-jähriges Bestehen. Gegründet wurde sie vor vier Jahrzehnten als AIDS-Hilfe Münster. Dies wird jetzt mit der großen RED VELVET Party am 13. Juni in der B-Side gefeiert.
Die Anfangsjahre waren geprägt von großer Unsicherheit in der Bevölkerung, von Fehlinformationen und teils panikartigen Reaktionen. Für Menschen mit einer HIV-Infektion bedeutete die Diagnose damals meist einen baldigen Tod. Entsprechend standen in den ersten Jahren vor allem Sterbebegleitung, Aufklärung und Beratung im Mittelpunkt der Arbeit.
Schon bald stieg die Zahl der Anfragen nach Informationsveranstaltungen, etwa für medizinisches Personal und Schulklassen. Die Aidshilfe wuchs und entwickelte sich mit Unterstützung zahlreicher Ehrenamtlicher zu einer breit aufgestellten Selbsthilfeorganisation. Mitte der 1990er-Jahre veränderten sich mit der hochaktiven antiretroviralen Therapie die Behandlungsmöglichkeiten deutlich. Bei frühzeitiger Diagnose und Behandlung wurde es möglich, mit HIV alt zu werden.
HIV ist im Alltag nicht übertragbar
Trotz dieser medizinischen Fortschritte sind Menschen mit HIV bis heute von Diskriminierung betroffen. Ein Grund dafür ist weiterhin bestehendes Unwissen über die Infektion. Eine zentrale Botschaft der Fachstelle lautet deshalb: HIV ist im Alltag grundsätzlich nicht übertragbar. Durch eine erfolgreiche HIV-Therapie ist auch eine sexuelle Übertragung ausgeschlossen.
In den vergangenen Jahrzehnten haben sich die Inhalte und Angebote des Vereins deutlich ausdifferenziert. Neben Beratung zu sexuell übertragbaren Infektionen und sexueller Gesundheit unterstützt die Fachstelle heute unter anderem queere Familien, queere Menschen mit Kinderwunsch sowie trans*, inter* und abinäre Menschen.
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Party knüpft an HUSCH-Ball an
Dass Musik und Tanz Menschen verbinden können, zeigte die Aidshilfe Münster bereits in der Vergangenheit mit Veranstaltungen wie dem Huren- und Schwulen-Ball, kurz HUSCH-Ball. Er wurde 1990 von der Aids-Hilfe und der Prostituierten-Selbsthilfeorganisation „Straps und Grips“ ins Leben gerufen und erlangte über mehr als zwei Jahrzehnte Kultstatus in Münster und weit über die Stadtgrenzen hinaus.
In anderer Form knüpft nun die RED VELVET PARTY an diese Tradition an. Die Gäste erwartet ein buntes Programm: Angekündigt sind ein Queer Poetry Slam mit Birte Stolte, Drag-Performances von Missass Nostalgia und Fanny’n’Boots sowie der Live-Act Frisch blondiert. Um kurz nach 22 Uhr beginnt die eigentliche Party. Bis 4 Uhr morgens legen die DJs Romy MVP, Noura und Serving Cunts auf.
Ausstellung, Infostand und Tickets
Bereits ab 16 Uhr kann vor Ort die Ausstellung „40 Jahre HIV in Münster“ besucht werden. Außerdem gibt es einen Infostand, ein Glücksrad zum Mitmachen sowie Vöner, also vegane Döner, gegen Spende.
Der Einlass zur RED VELVET PARTY beginnt um 19 Uhr, das Programm startet um 19.30 Uhr.
Tickets gibt es in der Fachstelle der Aidshilfe an der Schaumburgstraße 11, in der B-Side am Mittelhafen 42 und bei Happy Monkey an der Hammer Straße 40. Sie kosten zwischen 15 und 25 Euro. Der Mindestpreis liegt bei 15 Euro, höhere Beträge fließen als solidarische Unterstützung an die Aidshilfe.
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