Friedenskapelle feiert musikalisch ins Jubiläumsjahr hinein

Trio Größenwahn kommt mit Gesang und Instrumenten gemeinsam mit Live-Zeichner Robert Nippoldt. (Foto: Robert Nippoldt)
Das Trio Größenwahn kommt mit Gesang und Instrumenten gemeinsam mit Live-Zeichner Robert Nippoldt (re.). (Foto: Robert Nippoldt)

Ja, so lange steht sie tatsächlich schon in unserem Konzertkalender: im nächsten Jahr feiert die Friedenskapelle schon ihr 15-jähriges Jubiläum! Der künstlerische Leiter Tim Eberhardt stellte jetzt das Programm für die nächste Spielzeit 2017/2018 vor, die mit vier Jubiläumskonzerten im nächsten April ihren Höhepunkt finden wird. Das Jahresprogramm ist so bunt und vielseitig, dass es auch diesmal die Freunde von Klassik und A-cappella-Gesang sicher wieder ebenso begeistern wird, wie die Fans von Jazz und Weltmusik.

Los geht es am 8. Oktober mit dem David Orlowsky Trio. Mit Klarinette, Gitarre und Kontrabass nehmen uns die drei mit auf eine kammermusikalische Reise quer durch Europa, von Paris bis Odessa, mit Zwischenhalten in Bukarest und in der Bukovina. Dabei werden die mehrfach mit dem ECHO Klassik ausgezeichneten Weltenbummler an ihren Instrumenten zeigen, dass sie vom jüdischen Klezmer-Sound über Jazz bis zur Klassik alles im Blut haben. Ähnliche Bandbreiten dürfen wir bei weiteren Konzerten in der Friedenskapelle erleben, bei denen die klassischen Muster von Kammerkonzerten eigentlich jedes Mal gesprengt werden, wobei dieses laute Wort hier gar nicht passt. So will sich das österreichische Blechblasensemble Federspiel beim vorweihnachtlichen Konzert am 9. Dezember in saisonaler Entschleunigung üben. Die siebenköpfige Band mit gemischtem Bläsersatz hat ihr Programm mit Weihnachts- und Winterstücken aus verschiedensten Traditionen nämlich „Von der langsamen Zeit“ genannt. Im neuen Jahr geht es dann weiter mit den traditionellen Neujahrskonzerten des Salonorchesters Münster, das Ensemble Les Joyeux präsentiert klangfrohe und virtuose Interpretationen der Kammermusik des Barock und die Pianistin Mona Asuka will mit einem Programm mit Werken von Debussy, Beethoven, Schubert und Liszt begeistern. Den Abschluss dieser abwechslungsreichen Konzertreihe setzt dann am 6. Mai 2018 das Wave Quartet, das mit ihren Marimbas einen weiten musikalischen Bogen von J. S. Bach bis hin zu südamerikanischen Klängen und aktueller Pop-Musik spannt.

Tim Eberhardt, der Künstlerische Leiter der Friedenskapelle ist stolz auf das neue Programm. (Foto: th)
Tim Eberhardt, der Künstlerische Leiter der Friedenskapelle, ist stolz auf das neue Programm. (Foto: th)

A-cappella-Konzerte kommen aufgrund der Akustik in der Friedenskapelle hier besonders gut zur Geltung, da verwundert die Vielzahl solcher Angebote nicht. So tritt hier am 11. November das Wortart Ensemble aus Berlin auf, um Lieder vom Kommen, Gehen und Bleiben zu singen. Und am 24. Februar präsentiert die Gruppe Sjaella, eins der zurzeit erfolgreichsten A-cappella-Ensembles im deutschsprachigen Raum, ihr neues, jazziges Programm. Weitere Chöre aus der Region und von weiter weg werden uns in der Spielzeit in der Friedenskapelle beglücken, darunter The Gregorian Voices, Heavy Medal, VoiceCappella, Sturm und Klang sowie d’aChor. Die alljährlichen Weihnachtskonzerte mit dem Chansonnier Jean-Claude Séférian dürfen natürlich auch nicht fehlen, sie finden am 15. und 17. Dezember statt. Zu den Dauerbrennern in der Friedenskapelle gehören selbstverständlich die fidolino-Kinderkonzerte, in denen 4-7-jährige Kinder vorsichtig an klassische Musik und an neuere Klänge herangeführt werden. Sie finden an insgesamt sechs Sonntagen statt, meistens um 11 Uhr. Am 3. Dezember gibt es dazu noch ein weiteres Kinderkonzert, „Alla Turca“ mit dem Pindakaas Saxophon Quartett und den Schauspielern Frank Dukowski und Marcell Kaiser.

Ein Highlight wird das Konzert der Pianistin AyşeDeniz Gökçin. (Foto: Danji Jiang)
Ein Highlight wird das Konzert der Pianistin AyşeDeniz Gökçin. (Foto: Danji Jiang)

Spannende Momente verspricht der künstlerische Leiter Tim Eberhardt mit den Grenzgänger-Konzerten. Der amerikanische Pianist Yul Anderson spielt am 11. und am 12. Oktober jazzige Solo-Piano-Improvisationen mit Einflüssen aus Gospel, Blues, Soul und europäischer Klassik, von Bach bis Hendrix. Wir sind mal gespannt, ob am 24. November die Stühle weggeräumt werden, um beim Auftritt des Electro-Swing-Ensembles Tape Five eine Tanzfläche für den Lindyhop zu schaffen. Am 1. und 2. Dezember ist der Saal jedenfalls komplett stuhlfrei, das Publikum verfolgt das Konzert der beiden Klangkünstler Swann & Ely Goa im Liegen auf ihren mitgebrachten Yoga- oder Isomatten und lässt sich dabei „mit riesigen Gongs und zarten Klangschalen in gute Schwingung versetzen“, wie es im Programmheft heißt. Mehrere Sinne werden auch am 3. Februar angesprochen: Unter dem Titel „Ein rätselhafter Schimmer“ tritt nicht nur das Trio Größenwahn mit Gesang und Instrumenten von Piano über Kontrabass bis Schreibmaschine auf, sondern auch Robert Nippoldt mit „Live-Zeichnungen, Scherenschnitten, Pinselperformance und grafischen Klimbim“. Mit Verve und Humor wollen die vier das Lebensgefühl von Berlin zwischen den Weltkriegen heraufbeschwören, wir sind gespannt!

Vom 19. bis zum 22. April 2018 soll dann endlich das 15-jährige Jubiläum der Friedenskapelle mit einem extra langen Jubiläumskonzertwochenende gefeiert werden. Musikalischen Hochgenuss und überraschendes, witziges, unterhaltsames Schauspiel verspricht der Auftakt mit dem A-cappella-Ensemble Muttis Kinder, die am Donnerstag, 19. April, den feierlichen Reigen mit ihrem brandneuen Programm eröffnen. Ein „Gemischtes Doppel“ gibt es am nächsten Tag, wenn die Zucchini Sistaz auf das Blockflöten-Trio Wildes Holz treffen, und am Samstagabend setzen die international gefeierten Klazz Brothers & Cuba Percussion ihr beliebtes und preisgekröntes Programm „Classic meets Cuba“ mit neuen Begegnungen von Klassik mit der leidenschaftlichen Energie lateinamerikanischer Musik fort. Ein besonderes Highlight verspricht das Konzert mit AyşeDeniz Gökçin am Sonntag, 22. April, zu werden. Die in London lebende Pianistin begeistert derzeit mit ihren klassischen Bearbeitungen verschiedener Rock- und Popsong die Massen. Bei ihrem ersten Auftritt in Münster wird Gökçin zum Finale des Jubiläumswochenendes Teile ihres aktuellen Albums „Nirvana Project“, neue Klassik-Rock-Mashups von Pink Floyd und Coldplay, spannende Eigenkompositionen sowie klassische Klavierstücke vorstellen.

Das David Orlowsky Trio eröffnet die Spielzeit 2017/2018 in der Friedenskapelle. (Foto: Kaupo Kikkas)
Das David Orlowsky Trio eröffnet die Spielzeit 2017/2018 in der Friedenskapelle. (Foto: Kaupo Kikkas)

Für die Jubiläumskonzerte im April 2018 gibt es übrigens ein spezielles Jubiläums-Abo, das den Besuch aller vier Konzerte zum günstigen Preis von 75,- € statt 96,- € ermöglicht. Ansonsten liegen die Preise für Eigenveranstaltungen der Friedenskapelle zwischen 7 Euro für ein Kinderkonzert bis maximal 28 Euro und „bleiben damit erschwinglich und stabil“, wie Veranstalter Tim Eberhardt betont. Er möchte besonders auf die Möglichkeit hinweisen, dass Studierende für nur 9 Euro Karten sogar Karten für die besten Plätze ergattern können. Die Kontingente sind allerdings begrenzt – und der Vorverkauf hat bereits begonnen. Vorverkaufsstellen sind Reiseland RATIO auf der Loddenheide 5 und in der Roxeler Str. 416-420, der WN Ticket-Shop und Jörgs CD-Forum. Außerdem sind Karten bundesweit über die an das ReserviX-Ticket-System angeschlossenen Vorverkaufsstellen, wie z. B. Reisebüro Hülsmann Hiltrup, Reisebüro Schlagheck Nottuln, Dülmener Zeitung Dülmen, Ahlener Tageblatt, Warendorfer Tageblatt Warendorf, Die Glocke Oelde oder TUI Travel Star Ochtrup erhältlich.

 

Das vollständige Programm mit allen Daten und weiteren Informationen findet ihr unter www.friedenskapelle-ms.de oder im aufwendig gedruckten Programmheft, das an den üblichen Stellen ausliegt.
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Ralf Clausen

Ralf Clausen

(rc) - Redakteur bei ALLES MÜNSTER
Ralf kommt aus dem Norden, lebt aber schon seit 1992 in Münster. Er interessiert sich besonders für Musik und Kultur, aber auch für Geschichte und Stadtgeschichten. Im Bürgerfunk moderiert er auf Antenne Münster "Easy Listening - Musik am Feierabend". Einige seiner Schallplatten trägt Ralf schon mal zum Auflegen in eine von Münsters Kneipen, zu denen seine Lieblingsmusik aus den 50er, 60er und gelegentlich auch 70er Jahren passt.

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